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Mönchengladbach
Starker Abgang für Dieter Porschen

Mönchengladbach: Starker Abgang für Dieter Porschen
Gruppenbild mit JU 52: Jürgen Steinmetz, Heinz Schmidt und Dieter Porschen im Event-Hangar. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. 450 Gäste verabschiedeten gestern den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer im Event-Hangar. Von Ralf Jüngermann

Würdigungen per Video-Einspielungen von einem Bundes- und einen Landesminister, die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken unter den 450 Gästen, kluge und warme Worte von den Rednern, ein paar Tränen im Knopfloch bei manchem Gast und bei all dem eine ganz eigene und heitere Note - Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, bekam gestern im Event-Hangar genau den Abgang, den er verdient. Denn Porschen war 20 Jahre lang nicht nur die vernehmbare Stimme der Wirtschaft in der Region mit beeindruckender Erfolgsbilanz, sondern auch ein eigener Kopf im besten Sinne. Mit feinem Humor, wie man ihn selten trifft in der Wirtschaft.

Noch in seinen Abschiedsworten gab er den Zuhörern Tipps, woran man den Wert einer Abschiedsrede ermessen kann und ließ so erst gar nicht die Schwere aufkommen, die dieses Ausscheiden haben könnte. Denn Porschen hat in den vergangenen 20 Jahren an erstaunlich vielen kleinen und ein paar ganz großen Rädern gedreht, zumeist mit dem erhofften Ausgang. Die Gründung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Gladbach mit Beteiligungen und Anteil der Unternehmer gehört ebenso wie die Masterplan-Initiative dazu, bei der sich die IHK früh an die Spitze der Bewegung stellte. Beides zeigt, wie viel Gewicht die Stimme der Industrie hat - inzwischen.

IHK-Präsident Heinz Schmidt würdigte in seiner ebenso stilvollen wie augenzwinkernden Rede die Leistung Porschens. Er stellte das Netzwerken des Hauptgeschäftsführers heraus, das nicht an den Grenzen des Kammerbezirks endete. Den Austausch zu den Niederlanden pflegte er früh. Dass die Metropol-Region Rheinland endlich als Gegenstück zum Ruhrgebiet an Schwung gewinnt, hat Porschen befördert. Den Niederrhein verstand er stets als Einheit - anfangs wohl als einer der Wenigen. Auch das immense Potenzial der Hochschule versuchte er früher und intensiver als andere zu heben. Dass er künftig als Vorsitzender des Hochschulrats weiter wirken wird, ist folgerichtig und eine gute Nachricht.

Porschen verabschiedete sich mit Schalk: "Ob die Compliance-Regeln wirklich immer helfen? Der wahre Beschiss findet woanders statt." Man darf gespannt sein, wie sein Nachfolger Jürgen Steinmetz, der seit vier Monaten als Porschens Stellvertreter bei der IHK ist und nun kommende Woche übernimmt, die Rolle interpretieren wird. In seiner Rede nannte er gestern den demografischen Wandel, Internationalisierung, Digitalisierung und die Infrastrukturversorgung als einige der wichtigsten Herausforderungen. Steinmetz, zuletzt stellvertretender Landrat im Rhein-Kreis Neuss, kündigte einen intensiven Dialog mit den relevanten Playern und neue Dienstleistungen der IHK für die Mitglieder an.

Quelle: RP
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