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Mönchengladbach
Stilecht gekleidet auf den Rädern früherer Epochen

Mönchengladbach. Die Börse von Oldtimerrädern im Hugo-Junkers-Hangar ist eine Zeitreise auf zwei Rädern. Viele Besucher wissen genau, was sie suchen. Von Eva Baches

"Wenn niemand etwas macht, passiert auch nichts" , das ist das Motto von Jürgen Frommbold, Veranstalter des Oldtimer-Fahrrad- und Rennrad-Treffens. Schnell ließ er seiner Überzeugung Taten folgen und initiierte erfolgreich Treffen im Terminal des Flughafen Mönchengladbach. "Die Fangemeinde wächst. Es sind auch viele junge Menschen darunter", sagt Jürgen Frommbold und steht stolz in Knickerbockern, Weste und Kappe vor seinen Schätzchen.

Seit dreißig Jahren beschäftigt er sich mit Fahrrädern und hat viele Ausstellungen und Ausfahrten mitgemacht. Auch Gerd Jaschik haben es die Oldtimer unter den Zweirädern angetan. Stilecht gekleidet präsentiert er ein Hochrad von 1862. "Das hat einen Stahlrahmen. Das ist der Übergang von der Draisine zum Fahrrad. Das hatte schon Tretlager. Damit mache ich auch noch regelmäßig Rundfahrten", erzählt er.

Das Radfahren ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. "Meine Mutter war Kunstradfahrerin und mein Vater ist Straßenrennen gefahren. Ich habe mich allerdings erst mit alten Autos beschäftigt, bis dann das erste Opelrad kam", erzählt er. An seinem Stand zeigt er nicht nur komplette Fahrräder, sondern auch Einzelteile wie zum Beispiel alte Fahrradlampen. "Auch die haben alle ihre Epoche", sagt Robert Wiesner und präsentiert alte Lampen, die mit Petroleum oder mit Kerzen betrieben wurden.

Die Halle füllt sich zusehends und die Besucher lassen sich von den Ständen und den Ausstellungsstücken inspirieren, genießen die Zeitreise auf zwei Rädern, stöbern in den Kisten mit den Ersatzteilen, oder sind auf der Suche nach etwas Speziellem, wie ein Besucher. Er hat sein altes Rennrad in einem hellen Blau gleich mitgebracht. "Ich suche jetzt unter anderem eine Bremse für das Rad. Es gibt leider nur wenige Läden, wo man so etwas bekommt. Deshalb komme ich hierher", sagt er.

Christian Happel ist Zweiradmechaniker-Meister und auf der Suche nach einem passenden Tacho für sein altes Bonanza-Rad. "Ich habe ein paar alte Räder zu Hause. Die mache ich dann wieder flott", erklärt er. Auch wer sich nicht nur für Technik interessiert, kommt auf seine Kosten. Passend zu den Rädern präsentiert Ruth Braun mit ihrem Label Seconrella Vintage Kleider nach Original Schnittmustern aus dem Amerika der 50er-Jahre. Es gibt elegante Anzüge für den Herren und schöne Kleider und Hüte, Handtaschen und vieles mehr für die Dame. In ihrem Laden verkauft die Designerin und gelernte Herrenmaßschneiderin nicht nur Eigenkreationen, sondern nimmt auch Originale als Kommissionsware entgegen.

"Die Leidenschaft hat mit alten Möbeln angefangen. Dann kamen die Kleider dazu. Ich mag die Schnitte und Stoffe einfach sehr. Sie kleiden den Herren und die Dame gleichermaßen", sagt die Designerin. Von den Schätzchen auf zwei Rädern geht es dann weiter zu den Schätzchen auf vier Rädern. Die IG Speichenrad zeigt 25 Fahrzeuge aus verschiedensten Epochen und Fabrikaten.

Quelle: RP
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