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Mönchengladbach
Was wird aus der Sportlerehrung?

Mönchengladbach: Was wird aus der Sportlerehrung?
So war es im vergangenen Jahr: Die Stadtspitze und Sponsoren zeichneten die erfolgreichen Sportler im Haus Erholung aus. Das gibt es in diesem Jahr so erstmal nicht. FOTO: Amend
Mönchengladbach. Die Feierstunde im Haus Erholung ist der Stadt zu teuer geworden, nun denken Politik und Verwaltung über alternative Formate nach. Von Georg Amend und Karsten Kellermann

Wolfgang Rombey, Präsident des Stadtsportbundes (SSB), hatte bei der Jugendsportlerehrung am Freitagabend noch etwas Wichtiges zu sagen: "Wir werden auch die Sportlerehrung für die Erwachsenen fortführen", stellte Rombey vor rund 200 Gästen klar. Die Veranstaltung im Haus Erholung fand in den Jahren zuvor immer im Februar oder April statt, Sportler, die im Jahr zuvor auf nationaler oder internationaler Ebene erfolgreich waren, wurden im Rahmen einer Feierstunde ausgezeichnet. Es war der große Abend der Amateursportler der Stadt. Und dieser sollte nun, so war sogar zu hören, abgeschafft werden.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich sportaffin bin und solche Gerüchte Quatsch sind", sagte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners unserer Redaktion. Ganz so eindeutig ist die Sachlage aber nicht, denn Gedankenspiele wegen der Sportlerehrung gibt es durchaus. Denn vor rund zwei Monaten war von der Stadtverwaltung der Hinweis gegeben worden, dass die Ehrung zu teuer geworden sei und man darüber nachdenken solle, wie es damit weitergeht. "Da habe ich erstmal geschluckt", gestand Frank Boss, Vorsitzender des Sportausschusses. Grundsätzlich gibt es den Auftrag der Politik an die Verwaltung, die erfolgreichen Athleten zu ehren. Auch die Vergabe eines Sonderpreises des Sportausschusses ist beschlossene Sache. Die Form der Ehrung ist der Verwaltung aber freigestellt. Derzeit ist offen, wie und wann die Sportler, die 2017 erfolgreich waren, ausgezeichnet werden.

Aktuell wird über alternative Lösungen nachgedacht. Eine Sportlerwahl gab es schon mal, doch "das war eine teure und aufwändige Geschichte", erinnert sich Rombey. Überlegungen, wieder einen Wahlmodus einzuführen, wurden vorerst verworfen. Boss berichtete von ersten Überlegungen der Verwaltung, statt einer festlichen Ehrung die erfolgreichen Sportler einzeln zum OB einzuladen und ihnen Urkunden zu überreichen. "Da bin ich weit von entfernt. Wenn wir mit der großen Axt des Sparens daran gehen und die Sportlerehrung quasi in ein Büro verlegen, laufen wir Gefahr, dass diese dem Sport gerechte Veranstaltung in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird. Wir sind Sportstadt und stolz darauf - dann kann es nicht richtig sein, eine deutlich abgespeckte Form für die Ehrung zu finden. Es muss ein Event bleiben", sagte Boss.

Auch der neue Geschäftsführer des Stadtsportbundes, Johannes Gathen, sagte im Interview mit unserer Redaktion, dass eine Sportlerehrung in einem würdigen Rahmen unabdinglich für Gladbach sei. "Wenn Mönchengladbach Sportstadt sein will, darf man sich nicht nur auf Borussia und den Fußball verlassen, sondern auch die anderen Sportarten wertschätzen. Eine Sportstadt, die es nicht schafft, ihre besten Sportler in einem feierlichen Rahmen zu ehren, wird diesem Namen eigentlich nicht gerecht", sagte Gathen, der diese Meinung ausdrücklich in seiner Funktion als Leichtathletiktrainer und nicht als SSB-Geschäftsführer tätigen wollte.

"Mir ist wichtig, dass wir die Sportler einmal im Jahr zusammenholen und der OB ihre Leistungen würdigt. In welchem Rahmen das passiert, kann sich verändern", sagte Rombey. In welcher Form es nun mit der Ehrung weitergeht, muss sich zeigen. "Wir müssen eine Form finden, die den Sportlern für ihre Erfolge genug Wertschätzung entgegenbringt, aber finanziell vertretbar ist, ", sagte Reiners. Das bisherige Format wurde von der Sparkasse und der NEW unterstützt, vermutlich würden beide weitermachen. Weitere Geldgeber wären hilfreich. "Wir suchen Sponsoren", sagte Boss. Der OB sprach auch von "einer Denkpause" für die Sportlerehrung. Das heiße nicht, dass die Ehrung in diesem Jahr ausfalle, ergänzte Bürgermeister Ulrich Elsen (SPD): "Eine Denkpause muss ja nicht zwölf Monate dauern."

Quelle: RP
 
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