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Aktion fit für 10
Wie der Ein-Bein-Stand beim Laufen hilft

Aktion fit für 10: Wie der Ein-Bein-Stand beim Laufen hilft
Dr. Michael Fritz zeigte den Fit für 10-Teilnehmern die sechs Phasen der Laufbewegung. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Bei einem Seminar in der Turnhalle des Polizeipräsidiums lernten die 135 Teilnehmer der Aktion, wie sie möglichst ökonomisch joggen. Anfang Mai beginnen die regelmäßigen Lauftreffs, im September sollen 10 Kilometer geschafft werden. Von Erik Acker und Dieter Weber

Stadtteile Einer schleift mit den Füßen über den Boden. Andere tänzeln wie beim Ballett. Und ganz oft werden die Füße beim Laufen nicht richtig abgerollt. Wenn die Teilnehmer der Aktion "Fit für 10" nach Jahren der Sportabstinenz wieder die ersten Laufschritte machen, zeigt sich schnell: Da haben sich Bewegungsabläufe zementiert, die nicht vorteilhaft sind - weil sie über kurz oder lang zu Überlastungsreaktionen führen, kein flüssiger Laufstil entsteht, die Laufleistung so stagnieren wird. Deshalb macht Dr. Michael Fritz als sportlicher Leiter der Aktion kurz nach dem Trainingsstart ein Laufstil-Seminar. In der Theorie und mit ganz viel Praxis lernen die Teilnehmer der Laufgruppe, was und wie sie es besser machen können. Außerdem bringt er ihnen das Lauf-ABC bei - eine Laufschule mit ganz vielen Übungen, die regelmäßig im Trainingsalltag wiederholt werden sollen.

Und weil die Nachfrage nach diesem Laufstil-Seminar in jedem Jahr riesig ist, musste die 135 Teilnehmer umfassende Laufgruppe gesplittet werden. In drei Gruppen lernten und übten sie jetzt in der Turnhalle des Polizeipräsidiums richtiges - also besseres - Laufen. Die Gemeinschaftsaktion von Rheinischer Post, NEW und Stadtsparkasse hat viele Helfer - die Polizei gehört dazu, die dafür jedes Jahr ihre Turnhalle zur Verfügung stellt. Ebenso wichtig sind die mehr als 20 Betreuer, die Dr. Fritz und die Teilnehmer nicht nur beim Laufstil-Seminar, sondern während der gesamten halbjährigen Trainingsphase bis zum 10-Kilometer-Lauf beim NEW-Volksbadlauf im September intensiv begleiten.

"Wir achten während der Aktion sehr darauf, dass sich niemand der Teilnehmer überanstrengt. Denn ganz oft ist dieser Fehler: Es wird am Anfang einfach losgelaufen. Und am besten noch, so schnell, wie es geht. Deshalb scheitern viele, die das Lauftraining alleine und ohne Betreuung versuchen", sagt der ehemalige Marathonläufer Jörn Riewe, der die Aktion "Fit für 10" seit inzwischen acht Jahren begleitet und mit Fritz das Laufstil-Seminar organisierte. Und damit im Trainingsalltag immer eine Kontrolle da ist, hat jeder Teilnehmer nicht nur einen Trainingsplan mit dreimaligem Laufen in der Woche, sondern trägt auch eine Pulsuhr, um die körperlichen Belastungen während der Laufeinheit zu kontrollieren.

Viele Übungen, die Fritz beim Seminar vermittelte, sind effektiv, aber einfach. "Viele Läufer stehen zum Beispiel abwechselnd auf einem Bein, wenn sie sich die Zähne putzen. So kann man die Stabilität trainieren", erzählte Fritz den "Fit-für-10"-Teilnehmern beim Seminar. Er zeigte den Laufanfängern die sechs Phasen der Laufbewegung, damit der Laufstil ökonomisch ist und die Koordination der Bewegungen stimmt. "Habt den Mut, gerade am Anfang die Technik übertrieben korrekt anzuwenden, auch wenn das ein bisschen komisch aussieht. So lernt ihr am besten, die Bewegungen in den individuellen Laufstil einzubauen", empfahl Fritz.

Die Teilnehmer wissen das Engagement zu schätzen. Deborah Schaffrath ist durch eine Arbeitskollegin auf die Aktion aufmerksam geworden ist und will den Sport - und da das Laufen - fest in ihren Alltag einbauen. "Ich suche einen Ausgleich zu meinem Büro-Job", sagt die Gladbacherin. Michael Czarnietzki und Anke Ophüls schätzen das Gemeinschaftserlebnis beim Laufen: "Es macht einfach Spaß, gemeinsam etwas zu machen und in einer Laufgruppe zu trainieren." Genau das berücksichtigt die Aktion "Fit für 10": Nach zwei gemeinsamen Lauftreffs, die in erster Linie dem Kennenlernen dienten, beginnen Anfang Mai die regelmäßigen Lauftreffs. Es gibt fünf Termine in der Woche - zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten, so dass jeder Teilnehmer die Termine wahrnehmen kann.

Quelle: RP
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