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Moers
Bald von Schacht zu Schacht wandern

Moers: Bald von Schacht zu Schacht wandern
Werner Gröll, Vorsitzender der Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde, hat den 45 Kilometer langen Bergbau-Wanderweg entwickelt. Er führt unter anderem an Schacht IV in Hochstraß vorbei. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde folgen den Spuren des Bergbaus am linken Niederrhein. Vorsitzender Werner Gröll hat einen 45 Kilometer langen Wanderweg konzipiert, der die ehemaligen Bergbaustandorte verbindet. Von Anja Katzke

Zwei Jahre hat die Planung beansprucht, jetzt werden die Wege ausgezeichnet, so dass der Bergbauwanderweg im Frühsommer offiziell eingeweiht werden kann. "Der Weg führt zu den schönsten Bergbau-Stationen am linken Niederrhein", betont Werner Gröll, Vorsitzender der Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde in Moers. Er hat den neuen 45 Kilometer langen Wanderweg mit seinen Mitstreitern konzipiert. "Karl-Heinz Tepper aus Meerbeck hatte die Idee, einen Wanderweg zu entwickeln, der die Bergbau-Vergangenheit zum Thema hat", erinnert sich Gröll.

Kein Neuland für den Vorsitzenden der Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde: Von 2002 bis 2008 entwickelte er bereits den Niederrhein-Weg, eine Wanderstrecke von insgesamt 120 Kilometern, die in neun Etappen zu acht Rathäusern am Niederrhein führt. "Eine Route für den Bergbauwanderweg hatte ich schnell im Kopf", erzählt Werner Gröll, der sich als Mitglied des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins für den Erhalt des Industriedenkmals Schacht IV/Rheinpreußen engagiert.

Startpunkt ist das Bergwerk Niederberg. "Dort habe ich selbst 25 Jahre gearbeitet", betont der Wander-Experte, der vor Jahrzehnten im Salzburger Land das Wandern für sich entdeckt hatte. "Durch das alte Niederberg-Gelände führt ein breiter Wanderweg, der sehr schön zu gehen ist. Von dort aus geht es weiter zwischen Feld und Wiesen zur Halde Norddeutschland." Der Wanderweg verbindet Niederberg mit den ehemaligen Bergwerken in Moers, Kamp-Lintfort, Homberg und Rheinhausen und ihren Industriedenkmälern. Die Wanderer entdecken auf ihrem Weg den Lehrstollen des Bergwerks West in Kamp-Lintfort, die Altsiedlung mit dem Haus des Bergmanns, das heute als Museum dient, Otto Pienes Grubenlampe auf der Halde Rheinpreußen, die Rheinpreußen-Schächte an der Rheinbrücke bei Baerl, in Hochstraß mit der schönen Maschinenhalle und in Homberg. Dort ist noch ein Malakoffturm erhalten. Der Wanderweg endet an der Bergbau-Sammlung in Rheinhausen-Bergheim. "Beim Wandern sieht man die Welt mit ganz anderen Augen. Es ist besonders, in der Freien Natur unterwegs zu sein", betont Gröll. Deshalb achtete er bei der Planung des Bergbauwanderwegs darauf, dass die Strecke abseits der Hauptverkehrsstraßen entlang führt. Der Wanderverein nahm sich die von Gröll ausgedachte Route in drei Etappen von jeweils 15 Kilometern als Erster vor. Die Strecke ist bereits vom Verein Niederrhein genehmigt.

"Wir haben einen guten Draht zum Hauptwegewart, so dass der Wanderweg bald ausgezeichnet wird." Erkennungszeichen sind unterwegs Schilder mit Schlägel und Eisen auf schwarzem Grund. Wegezeichner sind Vereinsmitglieder, die sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich dafür zu sorgen, dass die Wanderweg gut ausgezeichnet ist. Regelmäßig prüfen sie auch die vorhandene Auszeichnung und ersetzen fehlende oder zerstörte Schilder auf dem Niederrhein-Weg. Der Freundeskreis der Berg- und Wanderfreunde besteht seit 1996. Ihre Wanderungen führen unter anderem ins Siebengebirge, in die Elfringhauser Schweiz, in die Eifel und ins Ruhrgebiet. "Wir unternehmen jeden Sonntag Wandertouren."

Seit 2008 findet jährlich zu Ostern eine Wanderwoche auf dem Niederrhein-Weg statt, es wird der gesamte Weg in neun Etappen von je zirka 15 Kilometer Länge erwandert. Jeder ist eingeladen, mit uns zu wandern. Und auch an diesem Osterfest waren die Wanderer wieder die komplette Strecke zu den acht Rathäuser (Moers, Traar, Neukirchen-Vluyn, Rheurdt, Kamp-Lintfort, Issum, Alpen, Rheinberg) unterwegs.

Informationen über die Wandertouren und Aktivitäten des Moerser Vereins gibt es im Internet unter www.niederrheinische-berg-und-wanderfreunde.de

Quelle: RP
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