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Moers
"Behausungen" stehen in der Nepix Kull

Moers: "Behausungen" stehen in der Nepix Kull
Die aus den Niederlanden stammende Künstlerin Dini Thomsen präsentiert erstmals im Skulpturenpark "Seewerk" in Kapellen ihre Arbeiten. Sie ist unter anderem Mitbegründerin des ArToll-Kunstlabors in Bedburg-Hau. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Objektkünstlerin Dini Thomsen realisiert in diesem Jahr eine Installation für die Kulturinsel im Schlosspark Moers. Von Anja Katzke

Die Holzhäuschen sind nicht komfortabel - aber sie bieten Schutz und ein Dach über dem Kopf. Es sind schlichte "Behausungen". Und so lautet auch der Titel der raumgreifenden Installation, die Dini Thomsen für die Kulturinsel "Nepix Kull" im Auftrag der Kunst-Initiative Seewerk Kapellen und des Moerser Kulturbüros geschaffen hat. Die Installation, mehrere Hütten auf Stelzen und mit unterschiedlich geformten Dächern, ist fertiggestellt und wartet darauf, zur Kulturinsel transportiert zu werden, um dort von der Suche nach einem vor Wind, Wetter und den Widrigkeiten des Lebens geschützten Ort zu erzählen. Seit zehn Jahren zeigt das Moerser Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Skulpturenpark Seewerk jährlich im Spätsommer eine Installation auf der Kulturinsel, die Teil der zeitgleich am Silbersee in Kapellen stattfindenden großen Jahresausstellung mit Werken zeitgenössischer Künstler ist.

Durch die Kooperation mit dem Seewerk kamen die Schlosspark-Besucher in den vergangenen Jahren mehrfach in den Genuss spannender Präsentationen - unvergessen ist sicherlich das Inselparlament des Düsseldorfer Bildhauers Anatol Herzfeld. Die Seewerk-Macher Angelika Petri und Frank Merks planten schon lange, die Arbeiten der aus den Niederlanden stammenden Künstlerin zu präsentieren. Erst dieses Jahr kam es zur Zusammenarbeit. "Ich habe schon oft die Jahresausstellung hier besucht", erzählt Dini Thomsen, die in Bedburg-Hau das ArToll-Kunstlabor mitbegründet hatte und seitdem verantwortlich für die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Projekten der zeitgenössischen Kultur ist. Für die Installation "Behausungen" ließ sie sich von der Kulturinsel inspirieren. Verwittertes Holz bildet das Grundgerüst ihrer Arbeit. "Ich arbeite sehr gerne mit Materialien, die bereits ein Leben hatten", betont die Künstlerin, die in Den Haag studiert hatte und sich seit 1990 mit Installationen und der Organisation von Kunstprojekten beschäftigt. Sie arbeitet mit alten Autoplanen, gebrauchtes Holz und Dingen, die "ärmer" wirken, wie es Dini Thomsen selbst bezeichnet. "Die Häuser wecken das Gefühl, wie es sein könnte, kein Zuhause zu haben. Und wie schön es sein kann, irgendwo angekommen zu sein - wie an einem Sehnsuchtsort", erläutert Angelika Petri.

Die Holzhäuser erinnern ein wenig an Hochsitze, wie "ein Schutz für Mensch und Tier", sagt die Objektkünstlerin. Eine ähnliche Installation wird gleichzeitig auch in den Ausstellungsräumen des Seewerks in Kapellen zu sehen sein. Dort trägt die Arbeit den Titel "Vogelfrei" und erzählt vom Gefangensein. "Der Begriff ist ja seit Luther nicht mehr positiv besetzt. Als Vogelfrei galt dann jemand, mit dem man alles machen konnte", erläutert Thomsen ihre Idee. Zur Installation gehören nicht nur die Holz-Gebilde, sondern auch archaisch anmutende Bilder, die auf Autoplanen entstanden sind - zum Teil gedruckt. Zu sehen sind Köpfe ohne Augen. Auch eine Ahnengalerie auf altem Palettenholz hat die Künstlerin nach Kapellen mitgebracht. Neben Dini Thomsen hat bereits ein weiterer Künstler begonnen, seine Arbeiten im Seewerk einzurichten. Andrzey Swierczynski präsentiert unter anderem bemalte Telefonbücher und Romanbände. "Es sind 2000 übermalte Seiten", betont er verschmitzt.

Die Ausstellung in der Nepix Kull wird am Samstag, 2. September, 14 Uhr, eröffnet. Die Eröffnung im Seewerk schließt sich um 16 Uhr an.

Quelle: RP
 
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