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Moers
Der Erziehungsverein feiert das 170. Jahresfest

Moers: Der Erziehungsverein feiert das 170. Jahresfest
Christina Brudereck widmete sich in ihrer Predigt dem Thema "Wie aus Fremden Freunde werden". FOTO: Klaus Dieker
Moers. Vor dem Fest wurde gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Die Essener Pfarrerin Christina Brudereck hielt die Predigt. Von Sabine Hannemann

Bereits vor Monaten wählte der Erziehungsverein sein Motto "Wie aus Fremden Freunde werden" für das 170. Jahresfest aus. "Wir ahnten nicht, wie aktuell wir sein würden", sagte Pfarrer und Vorstand Hans-Wilhelm Fricke-Hein. Ein Motto, das im Nachhinein herausfordernd sei und mit viel Leben gefüllt werde, so Fricke-Hein.

Die angedachten Inhalte um Integration, einem der ureigenen Anliegen des Erziehungsvereins, nahmen vor den aktuellen Flüchtlingsgeschehnissen eine neue Richtung. Präses Siegmund Ehrmann würdigte daher das Engagement der Ehrenamtlichen. Sie helfen den Flüchtlingen und "fühlen sich den Menschen verpflichtet", genauso wie vor 170 Jahren die sieben Männer, die mit der Gründung des Erziehungsvereins "eine bemerkenswerte Geschichte in Gang gesetzt haben", so Ehrmann.

Dem Thema "Wie aus Fremden Freunde werden" widmete sich die Essener Pfarrerin Christina Brudereck in ihrer Predigt. Mit den Suchbegriffen "Freund" und "fremd" näherte sie sich in der Vorbereitung online dem "heiligen" Thema, stellte dabei fest, dass im Alltag die aktuelle Auseinandersetzung mit Flüchtlingen über Raster wie wirtschaftliche Nützlichkeit und Bildung geschehe, über Kategorien wie Herkunft, Klasse, Geschlecht und Religion. Ihren Standpunkt offenbarte sie wenig später: "Alle haben Würde und Wünsche und Rechte. Alle wollen sich frei bewegen. Für Menschenrechte musst du dich nicht erst qualifizieren."

Nach dem Zelt-Gottesdienst erwarteten rund 20 Stände die Besucher und gaben dem Jahresfest mit einem Straßenfest rund um das Kinder- und Jugenddorf einen fröhlichen Rahmen. Bereits am Samstag hatten die Gäste gefeiert. Grund war unter anderem das zehnjährige Bestehen des präventiven Frühförderprogramms "Opstapje - Schritt für Schritt" für Kinder ab dem 18. Lebensmonat aus sozial- und bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrantenhintergrund. Nachdenklich wurde es gestern nochmals, als junge Flüchtlinge aus einer Kölner Einrichtung in einer Gesprächsrunde über ihre Erfahrungen und ihr neues Leben in Deutschland berichteten.

Quelle: RP
 
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