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Moers
Elternhaltestelle macht Schulweg sicherer

Moers: Elternhaltestelle macht Schulweg sicherer
Ein Schild zeigt an der Eschenburgschule, wo "Elterntaxis" ihre Kinder absetzen und abholen sollen. Ein neuer Zebrastreifen sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Erreichen der Schule. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Als erste Schule in Moers erhält die Asberger Eschenburgschule zwei Hol- und Bringzonen für private Fahrzeuge. Dadurch soll das von "Elterntaxis" verursachte Verkehrschaos entzerrt werden. Von Gabi Harpers

Als Pilotprojekt wurde gestern offiziell die erste "Elternhaltestelle" in Moers eingeweiht. Auf der Asberger Straße gibt es jetzt nahe der Einmündung zur Eschenburgschule auf jeder Fahrbahnseite eine markierte Zone, in der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, kurz anhalten und die Kinder aussteigen lassen können. Diese Zonen sollen gewährleisten, dass andere Kinder durch die "Elterntaxis" nicht gefährdet werden, sagte gestern der für den Bezirk Asberg zuständige Polizeihauptkommissar Udo Rusch. "Die Kinder können zudem den neuen, durch blau-weiße Säulen hervorgehobenen Zebrastreifen überqueren."

"Direkt vor der Schule herrscht weiterhin absolutes Halteverbot", erklärte Rusch weiter. Um dieses haben sich viele Eltern in der Vergangenheit allerdings kaum gekümmert und ihre Kinder direkt bis vor die Schultür chauffiert - ein Problem an vielen Schulen. Nun soll die speziell ausgewiesene "Elternhaltestelle" genutzt werden. Sie ist Teil eines Plans, der den Schulweg der Kinder sicherer machen soll.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

"Vor rund einem Jahr traten die Elternvertreter der Eschenburgschule an uns heran, um auf die Verkehrssituation im Bereich der Grundschule aufmerksam zu machen", sagte Nadine Beinemann, Fachdienstleiterin Verkehrsplanung der Stadt. "Sämtliche genannten Gefahrenstellen wurden begutachtet, es wurden Verkehrszählungen, Geschwindigkeitsmessungen und -überwachungen vorgenommen und offensichtliches Fehlverhalten wie rücksichtsloses Fahren, Parken an nicht dafür vorgesehenen Stellen, Wende- und Rangiermanöver und Vieles mehr aufgezeigt."

In Zusammenarbeit mit Eltern, der stellvertretenden Schulleiterin Irene Sebastian und der Polizei erarbeitete die Stadt den neuen Schulwegplan und nahm im Laufe des Jahres bauliche und markierungstechnische Veränderungen vor, um die Schulwegsicherung voranzutreiben.

"Seit vor einigen Jahren die Schulbezirksgrenzen wegfielen, sind die Eltern auch nicht mehr verpflichtet, ihre Kinder in die nächtgelegene Schule zu schicken", sagte Beate Reich, Projektleiterin der Stadt Moers. "Die Kinder haben unter Umständen erheblich weitere Wege. Heute werden deutlich mehr Schüler mit dem PKW befördert. Wir müssen dem Rechnung tragen, indem wir Gefahrenzonen entschärfen und zur Sicherung des Schulweges beitragen." Und Beinemann ergänzte: "Kommunen müssen die Schulwegeplanung als Pflicht erkennen."

Werner Wollschläger, Leiter der Eschenburgschule gab gestern zu Bedenken: "Der Kampf gegen unvernünftiges Verhalten von Eltern und anderen Verkehrsteilnehmern geht weiter. Wir müssen weiterhin im Verkehrsunterricht und im Gespräch mit den Eltern auf die Gefahren hinweisen, müssen für Nachhaltigkeit sorgen." Ein Beitrag ist der neue Schulwegplan, den alle Schüler erhalten. Er weist auf Gefahrenstellen im Gebiet um die Schule hin, gibt einen Überblick über sichere Straßenquerungen, Zebrastreifen, Ampeln, Mittelinseln mit Lotsen sowie die neu eingerichteten Elternhaltestellen. Wollschläger appellierte an die Eltern: "Trainieren Sie den Schulweg mit Ihren Kindern, damit sie ihn wenn möglich selbstständig bewältigen können."

Das Projekt soll auf andere Schulen in Moers übertragen werden. Als Nächste steht für Nadine Beinemann und ihr Team die Eichendorffschule in Meerbeck auf der Agenda: "Auch dort wollen wir dafür sorgen, dass der Schulweg für alle sicherer wird.

Quelle: RP
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