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Unsere Woche
Folgt die Politik beim Förderturm dem Bürger?

Moers. Die Gutachten haben ergeben, dass der Förderturm von Schacht I. in Kamp-Lintfort finanziell erhalten werden kann. Die Verwaltungsspitze bereitet jetzt die Bürgerbefragung am 24. September vor. Lohnt diese überhaupt noch?

Eines haben die Kamp-Lintforter Verwaltungsspitze und die SPD-Fraktion mit ihrer Initiative, die Bürger zum Erhalt des Förderturms von Schacht I zu befragen, bereits erreicht: Die Kamp-Lintforter sprechen über ihre Stadt - wie 2015, als sich "ihre" Heimatstadt um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2020 beworben hatte. In Foren, auf der Straße und in den sozialen Medien wird das Für und Wider leidenschaftlich und mit vielen Argumenten diskutiert.

Viele machen sich für den Erhalt der Landmarke stark, andere befürworten den Abriss. Ein klares Bild gibt es noch nicht. Sechs Wochen lang wurden die Gutachten, die Auskunft über Bausubstanz des Förderturms und künftige Unterhaltungskosten geben sollten, mit Spannung erwartet. Seit Donnerstag herrscht zumindest hier Klarheit. Die Kosten liegen auf dem Tisch. Die Stadtverwaltung ist der Meinung, dass sich Kamp-Lintfort den Erhalt des Förderturms finanziell leisten kann. Die SPD als Mehrheitsfraktion hat beschlossen, die Verwaltungsempfehlung für den Erhalt an die Bürger weiterzugeben. "Wir sprechen uns dafür aus", sagte Fraktionschef Jürgen Preuß gestern auf RP-Anfrage.

Das Ergebnis klingt gut: Mit Mitteln des Landes und der RAG werden Betonsanierung sowie Ertüchtigung finanziert und aus de Überhang der Unterhalt für 13 Jahre. Das wird vermutlich aber diejenigen auf den Plan rufen, die nicht den nachfolgenden Generationen die Kosten aufbürden wollen. Eine verlässliche Aussage aber, wie es ab 2033 um den Etat bestellt ist, kann Kämmerer Martin Notthoff heute noch nicht treffen. Vor dem Hintergrund hat die Bürgerbefragung 24. September nicht an Spannung verloren. Interessant wird es sein, wieviele Bürger sich beteiligen werden - und vor allem wie das Votum am Ende in die Entscheidung des Rates einfließen wird, wenn sich eine Mehrheit doch für den Abriss ausspricht. anja.katzke@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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