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Moers
Götter - Wie die Welt entstand

Moers: Götter - Wie die Welt entstand
Eine Szene aus dem Stück, das am Sonntagabend im Schlosstheater zu sehen war. FOTO: Tom Jasny / Westwind
Moers. Das "Forum Freies Theater & Subbotnik" bot mit einem Stück rund um die griechische Götterwelt beim Westwind-Festival beste Unterhaltung. Von Jutta Langhoff

Wie ist eigentlich unsere Welt entstanden? Ist sie das Ergebnis göttlicher Schöpfung, eines galaktischen Urknalls, eines sich immer wiederholenden Wechsels aus Schrumpfung und Ausdehnung? Oder hatten dabei gar die griechischen Götter ihre Hände mit im Spiel? Das Stück "Götter - wie die Welt entstand", das am Sonntagabend im Rahmen des Jugendtheaterfestivals "Westwind" im Schlosstheater vom Düsseldorfer "Forum Freies Theater & Subbotnik" aufgeführt wurde, widmete sich der letzteren Version. In dem gut 75 Minuten dauernden Stück für junge Leute ab elf Jahren erzählte es auf kurzweilige Weise die Entstehung des Kosmos durch die griechische Urmutter Gaia und ihren Gatten Uranos, und wie daraus anschließend unsere Erde und deren gesamte Schöpfung einschließlich uns Menschen zustande kam.

Eine alles andere als ehrwürdige Geschichte, denn Gaia zeigt mit ihrem Gatten Uranos eine Reihe beeindruckender Nachkommen, darunter auch den mächtigen Titanen der Zeit Kronos, der seinen Vater schließlich auf ihr Betreiben hin tötet. Eine Tat, die Kronos bis zu seinem eigenen Tod verfolgen wird. Aus Angst vor einem ähnlichen Schicksal frisst er deswegen alle mit seiner späteren Gattin Rhea gezeugten Kinder gleich nach der Geburt auf. Doch Zeus und sein Bruder Hades können diesem Schicksal entkommen und werden später die göttlichen Herrscher über den sonnenüberfluteten griechischen Olymp und die dunkle Untererde. Zeus wird es jedoch bald langweilig in seiner Rolle. Er braucht mehr Bewunderung, und so erfindet sein Cousin Prometheus auf seinen Wunsch hin den Menschen und lehrt ihn, zu sprechen, das Feuer zu beherrschen, vor allem aber Zeus und seine göttlichen Verwandten auf jede nur erdenkliche Weise zu loben und zu verehren.

So jedenfalls wurde es in dem am Samstag gezeigten Stück des Düsseldorfer Subbotnik-Theaters beschrieben, wobei der Dramatik des Geschehens bisweilen mehr Rechnung getragen wurde als den ehrwürdigen Überlieferungen der griechischen Geschichtenerzähler. So hätte Prometheus statt Menschen lieber Ameisen und andere "schönere" Geschöpfe gezeugt, und auch Zeus war eher ein gelangweilter Schwerenöter, der unzählige Kinder mit allen möglichen weiblichen Wesen zeugte, ansonsten aber über keine weiteren schöpferischen Fähigkeiten verfügte. Dabei war er zudem auch noch so eifersüchtig auf Prometheus, dass er die kleine, von ihm erschaffene Pandora entführte und sie mit ihrer berühmten Büchse voller bösartiger Eigenschaften zu den Menschen zurückschickte. Was wiederum seinen Bruder Hades nicht schlecht gefiel, denn nun hatte er plötzlich ganz viele, wenn auch eher wenig lebendige Untertanen in seinem dunklen Reich. Das alles wurde dramaturgisch wirksam mit viel Musik, Nebelschwaden und mystischen Lichtreflexen untermalt.

Die Gruppe "Subbotnik" ging im Jahr 2012 als deutsch-russische Kooperation aus dem "Forum Freies Theater" hervor und inszeniert seither mit wechselnden freien Schauspielern und Musikern genreübergreifende Theaterstücke für Jugendliche und Erwachsene.

Quelle: RP
 
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