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Hintergrund
Gräberfelder kosten jedes Jahr Millionen

Moers. MOERS (ock) Schon vor einem Jahr hat Enni-Geschäftsführer Lutz Hormes einen ersten Entwurf für ein Friedhofskonzept der Zukunft vorgelegt. Seitdem ist das Papier immer wieder verändert und umgeschrieben worden. Geblieben ist die zentrale Frage: Wie kann Moers seine derzeit noch zehn Friedhöfe pflegen, ohne dass die Gebühren in der Zukunft durch die Decke gehen? In diesem ersten Entwurf war von einer möglichen Schließung des Utforter Friedhofs noch nicht die Rede. Diese Option wurde erst im Laufe der Beratungen ins Spiel gebracht. Vorbild für das Auslaufen der Grabstätten im Moerser Norden könnte dabei das Beispiel des Vindürften die Kosten von etwa 3,26 Euro auf einen Euro pro Quadratmeter zurückgehen. Übertragen auf die Quadratmeterzahl des Utforter Friedhofs wären das pro Jahr knapp 70 000 Euro. In 50 Jahren käme so bei einem einzigen Friedhof die stolze Summe von 3,5 Millionen Euro Ersparnis zusammen.

Gabriele Kaenders von der Fraktion der Linken, selbst eine begeisterte Friedhofsbesucherin, könnte sich daher auch die Aufgabe eines weiteren Moerser Friedhofs, etwa in Lohmannsheide, vorstellen.

Doch das ist derzeit nicht geplant. Abzüglich Vinn soll es langfristig bei neun oder acht Friedhöfen bleiben, falls Utfort nicht mehr belegt wird.

Wie auch immer der Verwaltungsrat sich entscheidet, wird er eine Lösung für den Sanierungsstau finden müssen, den Hormes vor einem Jahr auf sechs Millionen Euro bezifferte, der nach Meinung von Kaenders aber auch bis zu zehn Millionen Euro betragen könnte.

Jetzt rächt sich die jahrzehntelange Vernachlässigung der Friedhofsinfrastruktur, die vor allem zu der Zeit entstand, als die Friedhöfe direkt von der Stadt Moers verwaltet wurden. Der Unterhalt der Friedhöfe muss durch Gebühren finanziert werden. Der Bürger merkt sofort, wenn er zur Kasse gebeten wird. Moers liegt zwar in der Summe aus Bestattungs- und Grabnutzungsgebühr mit 2753 Euro für eine Sargbestattung i laut einer Untersuchung des Bundes der Steuerzahler knapp unter dem Landesdurchschnitt (2761,68 Euro), doch müssten die anstehenden Sanierungen komplett auf die Gebühren umgelegt werden.

Damit das Sterben in Moers nicht teuerer wird als anderswo und der Renovierungsbedarf dennoch gestemmt werden kann, visiert die Enni ein Bündel von Einzelmaßnahmen an: Bestattungsflächen sollen zusammengelegt, Wege geschlossen, pflegeintensive Hecken entfernt werden. In Kapellen sollen nicht genutzte Flächen sogar für eine Bebauung genutzt werden. Dennoch dürfte es ganz ohne Gebührenerhöhungen nicht gehen. 2014 nahm die Enni 2,854 Millionen Euro an Friedhofsgebühren ein. Die Kosten betrugen 3,138 Millionen Euro.

Quelle: RP
 
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