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Moers
Moerser JU-Chef hilft Flüchtlingen

Moers: Moerser JU-Chef hilft Flüchtlingen
FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Moers. Der 18-jährige frischgewählte Vorsitzende der Jungen Union in Moers, Carl Stöcker, bedauert, dass sich viele seiner Altersgenossen nicht für Politik interessieren. Er hilft Flüchtlingen und sammelt für die Tafel. Von Jürgen Stock

Carl Stöcker ist Vorsitzender der Jungen Union in Moers. Früher einmal wäre so jemand, zumal wenn er im zarten Alter von 18 Lenzen ins Amt gewählt wird, zumindest an der Schule bekannt wie ein bunter Hund gewesen. "Aber am Adolfinum interessiert kaum jemanden, dass ich bei der JU bin", sagt Stöcker. "Ich finde das schade, dass sich so wenige junge Leute für Politik interessieren. Die meisten meckern nur, wollen aber nichts tun, um etwas zu verändern." Immerhin hat Stöcker noch weitere JU-Mitstreiter am Adolfinum, mit denen er sich austauschen kann. Dagegen hätten die Jusos nach seinem Wissen nur ein einziges Mitglied an der Schule.

In Moers würde Stöcker gerne einiges verändern. So ärgert er sich, dass Kamp-Lintfort ein Multiplex-Kino bekommen soll, Moers aber, wie schon bei der Wahl des Hochschulstandorts wieder in die Röhre guckt: "So ein Kino könnte man doch an der Mühlenstraße bauen - mit einem Parkhaus hinten dran." Auch die Feiermöglichkeiten in Moers sind ihm zu dürftig. Mit dem - aus seiner Sicht - "linksgerichteten" Bollwerk kann er nichts anfangen, mit dem neuen PM-Nachfolger "Generation" aber auch noch wenig.

Ein anderes Projekt, das er sich in Moers vorstellen könnte, ist ein Skater-Park. Nichts Bombastisches für sechsstellige Summen, sondern eher eine bescheidene Anlage: "Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort können das. Warum nicht auch Moers?"

Noch keine zwei Jahre ist Stöcker bei der JU. Ein Mitschüler hatte ihn damals im Kommunalwahlkampf angesprochen. Kurz darauf lernte er auch schon den Bürgermeisterkandidaten der Union, Christoph Fleischhauer, kennen, der ihn sichtlich beeindruckt hat.

Ein wenig ist der Weg zur Politik vermutlich schon im Elternhaus vorgezeichnet worden. Die Großmutter ist CDU-Mitglied, die Eltern, beide Zahnärzte, sind zwar politisch nicht aktiv, beziehen aber drei Tageszeitungen. In denen liest Stöcker am liebsten den Wirtschaftsteil. Berichte über die Flüchtlingskrise überblättere er inzwischen, was aber nicht bedeute, dass ihn die Situation der Menschen nicht berühre.

Der Adolfiner macht an einem Projekt seiner Schule mit, bei dem Gymnasiasten Flüchtlingskindern in der Justus-von-Liebig-Schule jede Woche zwei Stunden lang Nachhilfe geben. Er berichtet, wie unterschiedlich die Kinder seien, mit denen er zu tun bekommt: "Da sind welche, die tun sich sehr schwer, aber da ist auch ein Syrer, der steckt in Mathe alle in die Tasche."

Selbst anpacken und Vorbild sein: Das möchte Stöcker auch mit der Jungen Union erreichen. Dafür steht auch das jüngste Projekt der Organisation: "Ein Teil mehr tut nicht weh". JU-Mitglieder wollen vor Supermärkten Einkäufer bitten, ein Lebensmittel ihrer Wahl der Tafel zu spenden. Ähnliche Aktionen hat er zuvor auch beim Kreisverband der JU und bei den Leos, der Nachwuchsorganisation des Lions-Clubs, kennengelernt, bei der er auch aktiv ist.

Auf die politische Konkurrenz der Jusos ist er nicht gut zu sprechen. Das hängt mit Erfahrungen zusammen, die seine JU-Freunde auf Kreisebene bei der Organisation einer Demo gegen Rechtsradikale gemacht hätten. Da sei eine Resolution abgesprochen worden, unter der auf einmal auch die linksextremistische Antifa gestanden habe. Folge: Die JU machte nicht mit. "So ein Verhalten der Jusos geht gar nicht", sagt Stöcker. "Für mich ist jeder Extremist Mist."

Bei der Jahreshauptversammlung der Jungen Union in der Kaffeerösterei Oranien-Nassau wurden Florian Hein und Robert Fenger zu Vertretern Stöckers gewählt. Komplettiert wird der Vorstand durch Pressesprecher Timo Rillinger, Schatzmeister Fabian Waamelink, Internetreferenten Marian Sonneck, Mitgliederbeauftragter Jonas Sillmann und Schriftführer Christian Holzinger.

Quelle: RP
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