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Moers
Niedrigwasser sorgt für Probleme in der Schifffahrt

Moers. Gerade die Binnenschifffahrt hat mit den niedrigen Pegelständen des Rheins zu kämpfen. Von Carolin Skiba

Mit 2, 4 Metern ist der Wasserstand des Rheins in Ruhrort niedrig wie lange nicht mehr. Ein Normalwert dort liegt bei etwa 4,33 Meter. Ungewöhnlich ist die Niedrigwassersituation, die im Spätsommer und Herbst aufgrund niedriger Regenfälle entstehen können, zwar nicht. Dennoch bringt sie allerlei Schwierigkeiten mit sich, vor allem für die Binnenschifffahrt.

"Alleine in den ersten zehn Tagen des Oktobers hatten wir zwölf Schiffe, die festgefahren sind. Diese Menge ist sehr ungewöhnlich", sagt Ramon van der Maat, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei. Für die Duisburger Wasserschutzpolizei, die mit 40 Mann rund um die Uhr im Einsatz ist, bedeutet das ein deutliches Plus an Arbeit. "Die Kollegen müssen eine Schiffsunfallanzeige aufnehmen und das Rheinstück, auf dem das Schiff stecken geblieben ist, absperren", sagt van der Maat. Das nehme dann pro Schiff etwa 30 bis 60 Minuten in Anspruch, was zu mehr Verkehr auf der Wasserstraße und somit auch zu mehr Kontrollen führen würde. Ein weit größeres Problem mit dem niedrigen Pegelstand haben die Schiffe selbst.

Für das Binnenschifffahrtsgewerbe bedeuten niedrige Wasserstände, dass die Schiffe nicht maximal beladen werden können, da sie sonst zu viel Tiefgang haben. Mit welcher Auslastung Binnenschiffe noch fahren können, ist von verschiedenen individuellen Faktoren wie Art der Ladung, dem Schiffstyp und nicht zuletzt der im entsprechenden Fahrtgebiet zur Verfügung stehenden Fahrrinne abhängig. Anders als bei Hochwasserlagen, bei deren Auftreten ab bestimmten Hochwassermarken Maßnahmen wie Einschränkungen und Sperrungen von den zuständigen Behörden verhängt werden, ist Schifffahrt bei Niedrigwasser in der Regel bis an die physikalische Grenze möglich - so lange die Sicherheit gewährleistet ist, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt. Van der Maat: "Es liegt in der Verantwortung der Schiffe, nur so viel zu transportieren, dass sie nicht steckenbleiben." Der Pressesprecher rät allerdings davon ab, das Risiko, die gewohnte Menge trotz Niedrigwasser zu transportieren, einzugehen. Auf Grund zu laufen bedeute Zeitverzögerung und hohe Kosten für Abschleppdienste und die Umlagerung der Güter.

Der Umstand, dass Binnenschiffe bei Niedrigwasser nicht ihre maximale Ladekapazität ausschöpfen können, bedeutet allerdings nicht, dass die Lieferungen nicht mehr ankommen. Im Dialog mit ihren Kunden können die Unternehmer Lösungen finden, dank derer keine Tonne "liegen bleibt". So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Ladung auf mehrere Schiffe zu verteilen oder einen späteren Liefertermin zu vereinbaren.

Dem wirtschaftlichen Mehraufwand, den die Notwendigkeit zusätzlicher Schiffe verursacht, steht der Effekt gegenüber, dass die Nachfrage nach Schiffsraum in Niedrigwassersituationen traditionell steigt. In vielen Fahrtgebieten ist es außerdem üblich, dass die Kunden den Binnenschiffern ab einem bestimmten Pegelreferenzwert den sogenannten Kleinwasserzuschlag als Kompensation zahlen. Dieser ist in zahlreichen Frachtverträgen verankert.

Quelle: RP
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