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Moers
Presbyter: Vluyn liegt bei Bewerbern vorn

Moers: Presbyter: Vluyn liegt bei Bewerbern vorn
FOTO: Kirchengemeinde
Moers. Am 14. Februar stehen im Kirchenkreis Moers die Wahlen zu den Presbyterien an. Während mancherorts die Wahl mangels Bewerbern ausfallen muss, hat die evangelische Kirchengemeinde in Vluyn mehr als genug Kandidaten (siehe unten). Die RP forschte nach, woher dieser große Zuspruch kommt. Von Stefan Gilsbach

Ohne die Presbyter geht in einer evangelischen Kirchengemeinde nichts. Sie bilden das Leitungsgremium, das über den Haushalt der Gemeinde entscheidet und die Jahresabschlüsse verantwortet. Daran hängen sowohl Jugend- wie Seniorenarbeit, ebenso die Flüchtlingshilfe. Und das Presbyterium beschließt auch, wie die Gottesdienste ausgerichtet sind.

Am 14. Februar stehen im Kirchenkreis Moers wieder die Wahlen für die Presbyterien an. Allerdings ist es in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, Bewerber zu finden. Tatsächlich gibt es zwei Kirchengemeinden, in denen bis zum Stichtag, dem ersten Advent, die erforderte Zahl an Kandidaten nicht gefunden werden konnte. Es handelt sich um Kamp-Lintfort und Bönninghardt. Dort wird daher erst 2017 gewählt. Genug Kandidaten für eine richtige Wahl gibt es in Essenberg-Hochheide, Homberg, Kapellen, Moers, Scherpenberg, Rheinberg, Vluyn, Rheinhausen, Orsoy. In Hoerstgen gilt das Kooptationsverfahren: Das bisherige Presbyterium wählt die neuen Mitglieder. In 15 weiteren Gemeinden haben sich gerade so viele Gläubige gemeldet, wie nötig. Das heißt, die Vorgeschlagenen gelten als gewählt.

"Wir freuen uns, dass wir in fast allen Kirchengemeinden arbeitsfähige Leitungsorgane bilden können", sagt Superintendent Ferdinand Isigkeit. "Davon war nicht unbedingt immer auszugehen, da nach unserer Beobachtung immer mehr Frauen und Männer beruflich und familiär stark eingebunden sind und sich aus diesem Grund eine längerfristige, kontinuierliche Arbeit für vier Jahre nicht vorstellen können."

Es gibt jedoch eine Gemeinde, die beim Engagement der Bewerber hervorsticht. Das ist die evangelische Kirchengemeinde in Vluyn. 13 Plätze im Presbyterium gibt es dort zu vergeben, 17 Bewerber stehen dafür bereit. Wie kommt das? "Ehrlich gesagt", meint Pfarrer Stefan Vogt, "wissen wir nicht, warum es in diesem Jahr so einen Boom gibt." Offensichtlich spreche sich herum, dass die Zusammenarbeit in dem Gremium sehr harmonisch und erfolgreich sei. "Ein Patentrezept haben wir nicht." Vielleicht habe auch die Publizität der Vluyner Gemeinde zu ihrem aktuellen 300-jährigen Bestehen etwas dazu beigetragen. Nur eins bedauert Pfarrer Vogt: "Schaephuysen gehört auch zu unserem Sprengel, aber leider haben wir keine Bewerber aus dieser Ortschaft finden können."

Bemerkenswert ist, dass die Vluyner Kirchengemeinde die Zahl der Presbyter zu dieser Wahl sogar erweitert hat. Damit soll ein Generationswechsel in dem Gremium erleichtert werden. "Einige ältere Mitglieder werden demnächst ausscheiden, die Nachrücker können sich bis dahin schon einarbeiten und müssen nicht ins kalte Wasser springen", erläutert der Presbyter Peter Conrad.

Wählen dürfen alle Mitglieder einer evangelischen Kirchengemeinde, sofern sie konfirmiert oder älter als 16 Jahre alt sind. Der Pfarrer kann Ausnahmen zulassen, etwa wenn eine der Konfirmation vergleichbare "Festigung" vorliegt. Wer am 14. Februar verhindert ist, kann noch bis zum 9. Februar die Briefwahl bei den jeweiligen Gemeindebüros beantragen.

Alle Adressen und Telefonnummern finden sich unter www.kirche-moers.de/gemeinden

Quelle: RP
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