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Moers
Sie schreibt eigene Bücher

Moers. Andrea Reichert hat keine Scheu vor gebrauchten Büchern. Sie dürfen bei ihr "gelesen" aussehen. Und so stöbert sie für die heimische Lektüre-Sammlung auch auf Trödelmärkten: "Manchmal erzählen sogar die Dinge, die man darin findet eine eigene Geschichte", sagt sie und zeigt als Beweis eine handgeschriebene Quittung aus den 60er Jahren. Die hat sie in einer älteren Ausgabe von Vladimir Nabokovs "Lolita" entdeckt.

Bei der Moerserin endet jeder Tag mit einer Lektüre. Andrea Reichert liest aber nicht nur - sie schreibt auch und hat schon mehrere Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. 2012 erschien ihr erstes Buch "Frau Edeka macht Mittag", 2014 ist ein weiterer Roman herausgekommen. Vielleicht liegt es an ihrer eigenen Schreibertätigkeit, dass es ihr schwer fällt, ein angefangenes Buch, auch wenn es noch so schlecht ist, zur Seite zu legen. Am wichtigsten sind für Andrea Reichert die Charaktere einer Geschichte. "Ich muss Lust haben, Zeit mit ihnen zu verbringen", erzählt sie, "dabei finde ich es spannend, dass manchmal 200 Jahre alte Charaktere so sind wie die Menschen heute und man denkt' mit so einem bin ich doch mal zur Schule gegangen'". Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben geht es für sie darum, neue Welten zu entdecken: "Teilweise sind sich beide Prozesse sehr ähnlich", sagt sie. Dennoch: "Beim Lesen lasse ich mich in die neue Welt hineinfallen und schaue, was auf mich zukommt, beim Schreiben geschieht es bewusster. Bis die Gliederung entsteht ist es harte Arbeit,."

Zuletzt erschienen: "Wer als Erster das Meer sieht" von Andrea Reichert.

Quelle: RP
 
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