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Moers
Stadt in Palästina hofft auf Hilfe aus Moers

Moers: Stadt in Palästina hofft auf Hilfe aus Moers
Im Rathaus von Beitunia: Bürgermeister Christoph Fleischhauer (Mitte) und Ratsmitglied Paul Süßer (rechts) aus Moers mit Vertretern der Stadt, darunter der stellvertretende Bürgermeister Ibrahim Arafat (rechts neben Fleischhauer) und Stadtdirektor Mohammed Majdoubeh. FOTO: stadt
Moers. Im Rahmen eines Besuchs in der israelischen Partnerstadt Ramla haben Bürgermeister Fleischhauer und Ratsmitglied Paul Süßer Vertreter von Beitunia in Palästina getroffen. Die Partnerschaft mit Ramla besteht seit 30 Jahren. Von Josef Pogorzalek

Geht es nach Bürgermeister Christoph Fleischhauer, wird Moers freundschaftliche Beziehungen in die palästinensische Stadt Beitunia knüpfen. Fleischhauer will dies dem Rat vorschlagen, der über ein - wie auch immer geartetes - Engagement in Beitunia beschließen müsse. Fleischhauer hat die Stadt in den Osterferien besucht und dort Vertreter der Verwaltungsspitze getroffen. Der eintägige Abstecher fand statt im Rahmen des Besuchs einer Moerser Delegation in der israelischen Partnerstadt Ramla. Die Partnerschaft zwischen Ramla und Moers besteht seit 30 Jahren.

Beitunia gehört zu mehreren palästinensischen Städten, die über die "Servicestelle Kommunen in der einen Welt" Kontakte nach Deutschland suchen, berichtete Fleischhauer gestern. Die Palästinenser erhofften sich Hilfe bei der Verbesserung von kommunalen Strukturen. Ratsmitglied Paul Süßer - er ist auch im Vorstand des Partnerschaftsvereins - und seine Frau Gabriele hatten den Kontakt nach Beitunia im Auftrag des Rates bereits im Herbst 2016 angebahnt.

Bei den Gesprächen in Beitunia sei es um Müllentsorgung und Wasserknappheit gegangen, sagte Fleischhauer. "Außerdem hat man uns die Grenzlinie präsentiert." Durch die Grenzziehung habe die Stadt Fläche verloren. Ein Bereich von 300 Metern auf beiden Seiten der Grenze dürfe nicht bewirtschaftet werden und liege brach. Die Verwaltung der 38.000 Einwohner zählenden Stadt bestehe aus 19 Personen, so Fleischhauer weiter. So etwas wie eine Ratsdokumentation gebe es nicht. "Es werden keine Protokolle über Sitzungen geführt." Fleischhauer kann sich eine "projektbezogene Beziehung" zwischen Moers und Beitunia vorstellen. "Ähnlich wie bei unserer Partnerschaft mit Nicaragua, wo es ebenfalls eher um Hilfe als um einen Austausch geht."

Die 30 Jahre alte Partnerschaft mit Ramla habe eine andere Qualität und werde diese auch behalten. "Wir sind neben Monheim die einzige deutsche Stadt, die jedes Jahr einen Austausch mit einer israelischen Stadt geschafft hat." Unter den 22 Moerser Gästen in Ramla war diesmal auch Ehrenbürgermeister Wilhelm Brunswick, der mit seinem Kollegen Joram Rabi die Partnerschaft am 4. Juni 1987 in Ramla und am 12. August dann in Moers besiegelt hatte. Im Sommer kommt eine Delegation aus Ramla zum Gegenbesuch nach Moers. "In der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause, am 12. Juli, werden wir den Vertrag zusammen mit dem Bürgermeister von Ramla neu besiegeln", kündigte Fleischhauer gestern an.

Anlässlich des Besuchs aus Ramla wird ein israelischer Künstler ein Projekt mit Schülern der Justus-von-Liebig-Hauptschule und der Hilde-Heinemann-Förderschule leiten. Ähnlich einem Projekt, das der Moerser Künstler Rüdiger Eichholz im April in Ramla gestaltet hat. Mithilfe der Kunst habe Eichholz israelische und arabische Kinder zusammengebracht - und durch die Zusammenarbeit auch zwischen behinderten und nichtbehinderten Schülern sowie zwischen Mädchen und Jungen Berührungsängste und traditionelle Rollenbilder abgebaut. "Am Ende haben alle zusammen fröhlich Fußball gespielt", sagte Bürgermeister Fleischhauer. "Und die Lehrerinnen wunderten sich, weil sie so etwas noch nie erlebt hatten.

Quelle: RP
 
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