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Nettetal
Bahnhof Breyell bleibt ohne Busanschluss

Nettetal. Das neue Nahverkehrskonzept des Kreises strebt eine bessere Verknüpfung von Bussen und Bahnen an. Politiker sollen den Sommer über nachdenken und ihre Wünsche anmelden Von Manfred Meis

Autofahrern soll es leichter gemacht werden, auf der Fahrt zur Arbeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen - der Umwelt zuliebe. Deshalb sollte Lobberich als Nettetals größter Stadtteil durch eine weitere Buslinie besser an das Netz der Bahn angeschlossen werden. So hat das Dortmunder Büro Planersocietät vorgeschlagen, Lobberich und Brüggen durch eine Schnellbuslinie zu verbinden, die am Boisheimer Bahnhof hält. Das käme auch den Brüggenern entgegen, die einen Bahnhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr umständlich erreichen können. Nach der Präsentation der Nettetal betreffenden Vorschläge aus dem Nahverkehrsplan Kreis Viersen sollen sich die Politiker nun Gedanken machen und im Oktober dazu im städtischen Ausschuss für Planung Stellung nehmen.

Zwar schaffte Lobberich am 1. Januar 1868 den Anschluss, als der erste Reisezug auf der Strecke zwischen Kaldenkirchen und Kempen verkehrte, doch gut 110 Jahre später lohnte es sich für die Bahn nicht mehr, einen Zug über die Schienen zu schicken. Lobberichs Bahnhof, einst auf Hinsbecker Gebiet errichtet und erst in den 1950er-Jahren umgemeindet, wurde abgerissen, auf der Trasse befindet sich heute der Bahnradweg, von sehr viel mehr Radlern genutzt als zuletzt von der Bahn. Es blieben nur als nächste erreichbar die Bahnhöfe Breyell und Boisheim.

Breyell ist als Bahnhof seit einigen Tagen attraktiver geworden - allerdings nur für Autofahrer, die nun einen Park-&-Ride-Platz benutzen können. Mit einem Bus ist er erst nach einigen hundert Metern Fußweg von den Haltestellen Biether Straße oder Felderend erreichbar. Eine nähere Erschließung ist nach Ansicht der Planer "noch nicht sinnvoll möglich", da es keine unmittelbare Zufahrt gibt, die eine Stich- oder Schleifenfahrt erlaubt. Dafür fehlt die schon seit langem diskutierte Querspange, die Felderend und Biether Straße miteinander verbinden soll. Sie könnte sogar noch weiter nach Westen verlängert werden und hinter Schmaxbruch die Bahntrasse Richtung Kaldenkirchen unterqueren. Die Bahn könnte dann den Übergang an der Biether Straße schließen. Doch das ist Zukunftsmusik. Die schon im Stadtentwicklungskonzept 2015 unter den kurzfristigen Zielen vorgeschlagene Verknüpfung von Bus und Bahn wird an dieser Stelle weiter auf sich warten lassen.

Deshalb rückt der Bahnhof Boisheim ins Blickfeld, der gegenwärtig etwa stündlich von der Linie 092 (Lobberich-Viersen) angefahren wird. Die Planer schlagen deshalb zusätzlich eine neue Schnellbuslinie zwischen Lobberich, Boisheim und Brüggen vor; damit gäbe es dann auch erstmals eine Direktverbindung zwischen Lobberich und Brüggen - bei den bestehenden Linien ist immer ein Umstieg notwendig. Der Vorschlag wurde im Ausschuss gerne gehört, doch einige Politiker äußerten Zweifel, ob er sich wirtschaftlich realisieren lasse.

Auch Kaldenkirchens Bahnhof liegt an einer Sackgasse, sodass er nur von Bussen der Linie 095 (Lobberich-Hinsbeck-Leuth-Kaldenkirchen) und drei Fahrten der Linie 093 von Breyell her angefahren wird. Eine bessere Anbindung wird erst "nach der Erneuerung des Bahnhofsvorplatzes möglich sein", schreiben die Planer; davon hängt auch ab, ob der Pendelbus zwischen Kaldenkirchen und Tegelen/Venlo ("Lijn 1") künftig auch den Bahnhof anfahren kann.

Die Wunschliste nennt für die innerörtliche Erschließung Kaldenkirchens auch die Bedienung des Gewerbegebietes Venete durch die Lijn 1. In Lobberich solle geprüft werden, ob eine Einbeziehung des Bereiches Werner-Jaeger-Gymnasium/Sassenfelder Kirchweg (Krankenhaus) und der Ludbach-Passage (Haltestellen auf dem Fenlandring oder der Breyeller Straße) möglich seien. Schließlich müsse die Pünktlichkeit der Schnellbuslinie 87 zwischen Lobberich und Kempen verbessert werden, damit die Reisenden die Bahnanschlüsse in Kempen nicht verpassen. Ganz allgemein gilt: Die Haltestellen sollten barrierefrei ausgebaut werden.

Quelle: RP
 
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