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Nettetal
BO hilft bei der Lehrstelle

Nettetal. Seit drei Jahren durchlaufen Zehntklässler der Hauptschule Kaldenkirchen von Oktober bis zum Sommer eine Berufsorientierung. Der Einsatz einmal in der Woche lohnt sich. Die Chancen auf Ausbildungsverträge steigen. Von Ludger Peters

Donnerstags haben Schüler der 10-a-Klassen an der Hauptschule in Kaldenkirchen frei. Na ja, nicht ganz. Aber herkömmlichen Unterricht machen sie nicht. Für sie steht von Oktober bis Juni an jedem Donnerstag ein Berufsorientierungstag auf dem Plan, kurz BO. Seitdem die Schule vor knapp drei Jahren damit begann, haben sich die Chancen, einen Ausbildungsvertrag zu bekommen, für die Schüler erheblich verbessert.

Sobald Kinder von der Grund- in die Hauptschule nach Kaldenkirchen wechseln, werden sie mit dem Berufsleben konfrontiert. "Wir beginnen so früh wie möglich, die Kinder an das Leben nach der Schule heranzuführen. Sie sollen erkennen und begreifen, dass Unterricht das Ziel hat, ihnen den Weg für das spätere Leben zu ebnen", erklärt Lehrer Markus Klinkhamels.

Systematisch aufgebaut

Ausgehend vom Technik-Unterricht, einer klassischen Domäne von Hauptschulen, ist das Programm mit viel Überlegung und klaren Zielen gestrickt worden. Die jüngeren Jahrgängen besuchen museale Ziele, vom Textilmuseum "Die Scheune" in Hinsbeck bis hin zum Bergbaumuseum in Bochum. In der Klasse 7 folgen Schnuppertage am Arbeitsplatz von Eltern, Bekannten und Freunden. Hier wird erstmals Eigeninitiative verlangt, aber Klinkhamels und Kollegen helfen da, "wo es klemmt".

In den Klassen 8 bis 10 beginnen die Praktika, ein Berufsinformationstag mit Referenten aus der Praxis und Besuche bei größeren Unternehmen mit Betriebsbesichtigungen. Praktikumsstellen zu finden, sei für die Schüler kaum ein Problem, merkt Klinkhamels an. Schwieriger sei es, Lehrstellen zu ergattern. Um diese Klemme zu öffnen, ersann die Schule das Projekt BO. Es ist mit den üblichen Unterrichtsvorgaben abgestimmt. Jeder Schüler der 10 a sucht sich einen "Arbeitsplatz", den er donnerstags mit allen Konsequenzen von Pünktlichkeit über Arbeitshaltung bis hin zu Teamverpflichtung aufsucht. Schüler und mögliche Lehrherren lernen sich so gegenseitig kennen. Der Erfolg gibt Klinkhamels recht: Die Zahl der Schüler, die mit Lehrvertrag die Schule verlassen, hat sich verdoppelt. Im laufenden Projekt haben einige Schüler bereits eine Ausbildungsstelle durch BO sicher. "Das ist noch mehr drin", ist Klinkhamels zuversichtlich. Mitunter seien Betriebe ein wenig zu ungeduldig, und seinen Schülern müsse ihre hinderliche Unbeholfenheit genommen werden. Einige profitierten von der anderem Umgebung, sie könnten beweisen, dass Schulnoten nicht alles über sie aussagen. Und die Unternehmen sind sehr angetan. FRAGE DES TAGES

Kontakt Markus Klinkhamels, Tel. 02157 5281, ghs.kaldenkirchen@t-online.de

Quelle: RP
 
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