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Nettetal
Die Monotypie eines Kokons

Nettetal. Künstlerin Barbara Schmitz-Becker zeigt in ihrer Ausstellung "Haus im Grünen" Naturmotive gepaart mit "Hausformen" eines Kempener Bildhauers. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Wer würde es sich nicht wünschen, ein "Haus im Grünen" - Inbegriff der Wohn-Idylle? Doch wenn der Besucher die Ateliergalerie von Barbara Schmitz-Becker betritt, um die gleichnamige Ausstellung zu besuchen, ist alles weiß. Weiß, leicht, poetisch. Weiß und dennoch ganz nah an der Natur. Wie gewohnt hat Schmitz-Becker mit viel Akribie und einem gutem Gespür für die Präsentation eine sehr sehenswerte Ausstellung aus Objekten, Installation und Monotypien zusammengestellt.

"Haus im Grünen" ist der Titel der Monotypie eines Kokons. Gar nicht grün ist sie, sondern schwarz, grau und weiß, franst zart und reizvoll an den Seiten aus, ist fest gewickelt und dennoch durchscheinend. Schmitz-Becker experimentiert mit einer Technik der Monotypie, bei der sie keinen Träger mehr verwendet, sondern nur noch Farbe - aber dieses Verfahren erklärt sie viel besser selbst.

Kokons hängen von der Decke, zarte Behausungen aus durchscheinender Naturfaser verstecken sich im hinteren Bereich, sie sind mit überraschenden Dingen gefüllt. "Keimlinge" aus Draht und Papier wachsen aus den Wänden und Tische, gedruckte Nester und Federn verbreiten sich im Raum ebenso wie kleine Objekte mit Blattformen aus Papier - Schmitz-Becker folgt in ihren Arbeiten der Spur der Natur. Und tut dies auf zurückhaltende und poetische Weise. Der Besucher findet immer wieder Neues, das es zu betrachten und zu erforschen gibt, Vorstellung und Gedanken gleichermaßen werden angeregt.

Mit "Haus im Grünen" eröffnet Schmitz-Becker in ihrem Atelier in Leuth die Saison. Dies tut sie gemeinsam mit dem Kempener Bildhauer Gert Kampendonk, der seine kleinen Hausformen wirklich im Grünen, nämlich auf dem weitläufigen Gelände rund um das Atelier zeigt. Dort stehen sie mehr oder weniger versteckt in und zwischen Gräsern, Büschen und Bäumen.

Kampendonks Objekte muss sich der Besucher erlaufen. Dann trifft er auf Hausformen aus Beton, Stahl, Eisenguss, mal auch aus Blei. Vielfach sind sie gefüllt mit geschichtetem Glas. Sie stehen in Gruppen zusammen oder in korrespondierenden Paaren einander gegenüber. Sie sind gar nicht besonders groß und dennoch behaupten sie sich da draußen.

Der Bildhauer nimmt die Idee des Hauses, dem Symbol für Wohnen, für Leben, zum Anlass für seine bildhauerischen Arbeiten. Doch abstrahiert er dieses Symbol und reduziert es auf eine leicht erkennbare Form. Kampendonks "Haus im Grünen" ist nicht bewohnbar, hat keine Ein- und Ausgänge. Doch die gläserne Füllung verleiht ihnen Leichtigkeit und - wenn die Sonne scheint - eine hohe Leuchtkraft.

Die Ausstellung in der "Galerie&Atelier Busch8", Busch 8 in Leuth, ist vom 21. bis 29. Mai zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Samstag von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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