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Nettetal
Ein französischer Garten in Lobberich

Nettetal: Ein französischer Garten in Lobberich
Christa Brüggemann in ihrem Garten an der Wevelinghover Straße in Lobberich. Ihre Spezialität sind Rosen. FOTO: Horst Siemes
Nettetal. Heute und morgen können Interessierte in Nettetal vier Privatgärten besuchen. Es ist die nächste Runde der offenen Gartenpforte. Mit dabei ist Christa Brüggemann aus Lobberich. Für Sonntag hat sie eine Lesung organisiert Von Jannetta Janssen

Wenn man sich in Christa Brüggemanns Strandkorb zurücklehnt und für einige Sekunden die Augen schließt, ist es wie im Urlaub: Leise plätscherndes Wasser, Vögel zwitschern, es duftet nach Lavendel. Öffnet man die Augen, ist man mitten drin: im französischen Garten mit vielen romantischen Figuren, Wasserstellen umgeben von Rosen, Farnen und vielen anderen Pflanzen. "Meine Großmutter war Französin, ich liebe diesen Stil", sagt die 68-Jährige. Ein Leben ohne ihren Garten kann sie sich nicht vorstellen: "Ich lebe praktisch draußen, nur harter Frost würde mich von der Gartenarbeit abhalten", sagt die gebürtige Sauerländerin.

So wie Christa Brüggemann öffnen auch der Breyeller Rudolf Meyer, Birgit und Ludwig Zeller in Hinsbeck und die Sequoiafarm im Kaldenkirchener Grenzland heute und morgen für Gartenliebhaber ihre Türen. Dann können Interessierte einen Blick hineinwerfen und sich Inspirationen holen. Bei Brüggemann haben zwei Wasserspeier, Haus- und Hofhüter, einen Blick über den Französischen Garten.

"Wenn Kindergartenkinder da sind, sage ich immer, dass man hinter dem verwunschenen Türchen ganz leise sein muss", erzählt die Nettetalerin und lacht. Mit ihnen stellt sie etwa kleine Medizinbeutel her, für Erwachsene gibt sie Kochkurse. Sie verwendet alles, was ihr Garten hergibt. Bekannt ist sie für ihr Rosenmenü, denn diese Blumen sind ihre Spezialität. Daraus macht sie Tee, Gelee, Marmelade, Öle, Salz, Pfeffer, Senf und vieles mehr. Erst vor vier Jahren hat sie die Fläche hinter ihrem Französischen Garten dazubekommen, hinter dem Türchen locken verschiedene Düfte: Minze, Rosmarin, aber auch Lavendel und Rosen. "Das ist mein Kräutergarten", sagt Brüggemann und zeigt auf die unzähligen Sträucher und Blumen. Jede einzelne Pflanze hat ihren Platz, auch die Dekofiguren. Um das Elfenkraut herum sitzen Elfenfiguren, der Frosch hockt auf einer Kugel. Gleichzeitig ist das auch der Symbolgarten, angelegt nach Hildegard von Bingen: Die Äbtissin schrieb vor rund 900 Jahren ihr Wissen über Heilpflanzen auf. Sie sind bis heute bei Hobbygärtnern sehr gefragt.

In den vergangenen Tagen hat Brüggemann zusammen mit einer Freundin ihrem Garten noch den letzten Schliff gegeben: "Den Tisch und die Stühle schrubben und streichen, Wege kehren, und alles für die Lesung vorbereiten", hatte die Dozentin am Katholischen Forum im Vorfeld angekündigt. Ihre Kollegin, Brigitte Lück, liest Brüggemanns Besuchern morgen ab 14.30 Uhr aus ihrem ersten Buch "Ein Rosmarin entsteht" vor. Die Brüggenerin erzählt vom Weg zu ihrem Traumgarten - alles handschriftlich verfasst.

Christa Brüggemann freut sich auf die Besucher. Sie hat eine Rosentorte gebacken, dazu gibt es Kaffee. Die Yogalehrerin treibt die Liebe zum Detail an: "Der Garten ist nie fertig, er entwickelt sich ständig weiter", sagte die Lobbericherin. Als sie vor 13 Jahren das Haus zum ersten Mal gesehen hat, hatte es ihr "die Wildnis", wie sie sagt, direkt angetan. "Überall standen Tannenbäume, ich habe quasi bei null angefangen", erzählt die Rosenliebhaberin. In ihrem rund 400 Quadratmeter großen Garten gibt es rund 40 verschiedene Rosensorten, auch Seltenheiten wie die Rose von Scharon oder die besonders duftende Rose de Resht sind darunter. Im Kräutergarten dürfen Besucher auch in Brüggemanns romantischem Bauwagen Platz nehmen. Er ist ein Rückzugsort voller romantischer Dekoration, mit passenden Kissen, Bezügen und der entsprechenden Literatur. Von da aus haben die Besucher einen herrlichen Blick in den Kräutergarten.

Seit zehn Jahren öffnet Christa Brüggemann nun schon ihren Garten an der Wevelinghover Straße 146 in Lobberich für andere Gartenfreunde. Auf die Teilnehmer warten in allen Gärten gute Gespräche und ein anregender Austausch mit Tipps und neuen Ideen für den eigenen Garten.

Quelle: RP
 
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