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Nettetal
Gräber sollen günstiger werden

Nettetal: Gräber sollen günstiger werden
Die Kosten für Bestattungen sollen sinken, weil die Friedhofsflächen kleiner werden. Anders als in Hinsbeck wurde in Kaldenkirchen der evangelische Friedhof geschlossen, und in Lobberich werden nicht mehr benötigte Flächen bereits anders genutzt. FOTO: Busch
Nettetal. Die Verwaltung strebt eine Senkung der Friedhofsgebühren an. Ab Januar sollen die Kosten rund vier Prozent niedriger werden. Darüber muss nun in der Politik beraten und im Stadtrat am 8. Dezember beschlossen werden Von Christina Böttner

Die Aufwandskosten für Friedhöfe sinken. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Einer der wichtigsten ist, dass der Trend immer mehr zu Urnengräbern geht. Denn diese sind wesentlich kleiner, nehmen nicht so viel Platz auf den Friedhöfen ein. Somit benötigt die Stadt nicht mehr so viel Fläche auf den Friedhöfen. In Kaldenkirchen etwa ist der alte evangelische Friedhof bereits 2015 geschlossen worden. In Lobberich wurden die nicht benötigten Flächen auf dem Friedhof sukzessive anderweitig genutzt: Es entstand die Kindertagesstätte am Caudebec-Ring sowie die Flüchtlingsunterkunft.

"Unter anderem durch die weggefallenen Flächen haben sich die Kosten für die Stadt verringert", erläutert Rainer Lankes vom Nettebetrieb. "Derzeit prüfen wir in ganz Nettetal, welche Flächen darüber hinaus nicht mehr benötigt werden." Im Laufe des kommenden Jahres soll diese Prüfung abgeschlossen sein. Bereits vorher sollen aber schon die Friedhofsgebühren angepasst werden. Und zwar zum 1. Januar 2017. Dabei sollen die Nutzungsgebühren für eine Grabstelle sowie die Kosten für eine Andacht in der Friedhofskapelle sinken. Die Bestattung selbst wird hingegen etwas teurer. Insgesamt ergibt dies jedoch eine Kostenersparnis von rund vier Prozent. Somit würde ein pflegefreies Urnenreihengrab mit Beisetzung statt 2153 noch 2028 Euro kosten. Ein pflegefreies Reihengrab mit Beisetzung eines Sarges würde ab Januar noch 2174 Euro betragen (2267 Euro im Jahr 2016). In beiden Fällen würden die Gebühren um etwa 100 bis 120 Euro sinken. Hinzu kommen noch Kosten für die Einäscherung oder einen Sarg.

In jüngerer Vergangenheit hat die Nachfrage an Urnenbestattungen stark zugenommen. "Noch vor wenigen Jahren war es ein Verhältnis von 80:20 für eine Beisetzung im Sarg, jetzt sind es mehr als die Hälfte, die sich für die Einäscherung entscheidet", sagt Lankes. 2015 wurden 105 normale Reihengräber neu gekauft und 108 Urnengräber. In diesem Jahr (Stand 31. Oktober 2016) sind es nur noch 56 Reihen- und 87 Urnengräber, die neu erworben wurden. "Die Tendenz geht ganz deutlich zur Urnenbestattung", sagt Lankes. Dies wird sich auch noch weiter verlagern, da ist er sich sicher. Wenn die alten Verträge der Reihengräber nach insgesamt 25 Jahren auslaufen, werden dafür vermutlich vermehrt Urnengräber nachgefragt. Zumal die Verträge für Reihengräber nicht verlängerbar sind, lediglich die für Wahlgräber, in denen zwei Menschen bestattet werden. Sie laufen über 30 Jahre und können danach erneut erworben werden. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 389 Menschen bestattet worden, davon 150 in einer Urne. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind es bereits 178 Urnenbeisetzungen von 311 Bestattungen. "Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Einäscherung, da diese wesentlich weniger Pflegeaufwand bedeutet", erläutert Lankes. Denn ein Urnengrab werde nicht bepflanzt, lediglich eine Grabplatte erinnert an den Toten.

Quelle: RP
 
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