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Nettetal
Im Keller ist es gruselig

Nettetal: Im Keller ist es gruselig
Elke Teneyken-Winzen (3. v. r.) animiert ihre Schüler in der Schreibwerkstatt der Realschule dazu, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. FOTO: Busch
Nettetal. Einmal im Jahr bietet die Stadtbücherei Realschülern die Möglichkeit, eigene Texte der Öffentlichkeit vorzustellen. So sollen die Mädchen und Jungen animiert werden, weiter kreativ zu schreiben. Von Inge von den Bruck

Die Entschuldigung von Sarah Gey, weshalb sie die ersten vier Stunden dem Unterricht ferngeblieben war, klang schon etwas skurril: Bei einem Unfall mit ihrem Fahrrad hatte sie ihren Haustürschlüssel verloren, und ihre Mutter hatte dann abends beim Verlassen des Hauses die Haustür verschlossen. So blieb die Haustüre auch am nächsten Morgen zu, und nachdem sie der Schlüsseldienst endlich wieder geöffnet hatte, musste Sarah wegen des kaputten Fahrrads auch noch den langen Weg zur Schule zu Fuß zurücklegen. Aber natürlich war Sarah nicht wirklich zu spät zum Unterricht erschienen, die Geschichte war nur ausgedacht. Die Schreibwerkstatt der städtischen Realschule in Kaldenkirchen unter der Leitung von Elke Teneyken-Winzen hatte bereits zum sechsten Mal in die Nettetaler Stadtbücherei eingeladen, wo die 16 Teilnehmer ihre selbst verfassten Texte der Öffentlichkeit vorstellten.

Impulse mit auf den Weg gegeben

Jedes Jahr im Juni bietet die Stadtbücherei Nettetal den jungen Autoren der Realschule Kaldenkirchen diese Möglichkeit. Ein Jahr lang haben die Teilnehmer der Schreibwerkstatt ihre eigenen Texte verfasst, herausgekommen waren Kurzgeschichten, Erzählungen und Gedichte zu Themen, die die jungen Autoren bewegen. Elke Teneyken-Winzen hatte den Schülern verschiedene Impulse mit auf den Weg gegeben, um eine Geschichte zu den Themen zu kreieren und aufs Papier zu bringen. "Es kamen teilweise wilde Geschichten heraus", sagt die Pädagogin.

Gruselig wurde es bei den Geschichten, die sich im Keller der Realschule und in den Köpfen der Teilnehmer abspielten. Von Mord, Entführung bis hin zur drohenden Vergewaltigung war die Rede, als die Mädchen und Jungen ihren Gedanken freien Lauf ließen.

Im Keller, dunkel, muffig riechend und dreckig, spielten sich Szenen ab, die nicht nur den Büchereileiter Ulrich Schmitter, sondern auch die Zuhörer in Spannung versetzten. "Das war schon erlebter Horror im Keller der Realschule", stellte Lehrerin Elke Teneyken-Winzen fest, die jetzt hofft, dass die Schreibwerkstatt die jungen Schriftsteller auch nach dem Abschluss der Schreibwerkstatt dazu motiviert, sich mit dem Erstellen von eigenen Texten zu beschäftigen. Der Applaus der doch leider eher wenigen Zuhörer bestärkte die Jungen und Mädchen in diesem Vorhaben.

Quelle: RP
 
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