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Nettetal
Lobberich feiert im Namen der Möhre

Nettetal: Lobberich feiert im Namen der Möhre
Nicht nur die Möhren und ihre Variationen als Saft, Gemüse oder Kuchen, auch der in der Fußgängerzone ausgebreitete Trödel weckte das Interesse einiger hundert Besucher des Möhrenfestes in Lobberich. FOTO: Busch
Nettetal. Das Fest zur Herbstkirmes hat das Zeug, sich in den Jahren zwischen dem Ferkesmarkt zu etablieren. Von Inge von den Bruck

Weltweit werden knapp 30 Millionen Tonnen Möhren geerntet. Bauer Schell in Breyell leistet dazu auch seinen Beitrag, auch wenn er nicht gleich gewaltige Tonnagen an Möhren aus den Böden holt, die er bewirtschaftet. Aber die Möhre hat in Nettetal - und natürlich in Lobberich - einen ganz besonderen Stellenwert. Darum feiern die Lobbericher inzwischen ein Möhrenfest, das Werbering und Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) künftig gerne zwischen dem alle zwei Jahre organisierten Ferkesmarkt verankern möchten.

Dass ein Bündel Möhren nicht nur gesunde Inhaltsstoffe hat, sondern auch das Potenzial für fröhliche und gut besuchte Feste in sich trägt, hat Lobberich nun schon zum zweiten Mal erfahren. Zum Möhrenfest hatten Einzelhändler ihre Türen geöffnet, auf dem Brockerhof lud die Herbstkirmes zum Bummeln ein. Ganz Lobberich war zudem mit großen hölzernen Möhren geschmückt. Sie waren vor die Geschäfte gestellt worden.

Der Möhren nicht genug - so lud das Textilmuseum "Die Scheune" Kinder zum Möhren-Filzen ein. Die kleinen Gäste waren mit Feuereifer bei der Sache. Wie beispielsweise die fünfjährige Marie, die mit viel Geschick und Ausdauer zwei Möhren filzte. Sie durfte sie natürlich mitnehmen und hatte dafür schon einen Plan. Die Möhren wollte sie ihren Freuden in den Kindergarten mitnehmen. Essen konnte sie die gefilzte Möhre allerdings nicht. Dazu steuerte sie mit Mama den Stand vom Thielenhof an. Der wartete nämlich mit Möhrenbrot, frisch gepresstem Möhrensaft, Möhrenwaffeln, Möhrenkuchen und natürlich dem bekannten "Muure Jubbel" - mit Bratwurst oder mit Panhas - auf. Schnell waren um die Mittagszeit Tische und Bänke im "Muure-Zelt" besetzt. Und statt des Magenbitters gab es nach dem Essen "Möhrenbrand". "Der hat es in sich, das ist mehr als der normale Absacker", meinte der Mann mit Kennermiene. Genüsslich bestellte er sich einen weiteren "Brand". In den Lobbericher Gaststätten gab es Möhrensuppe, Möhrengemüse und andere Köstlichkeiten rund um die Möhre. Ein Drei-Gänge-Menü gab es aus dem Piaggio Apes, als Alternative standen Bratwurst, Brot und Senf bei Nicht-Möhrenfans hoch im Kurs. Viel los war auch im Zelt des Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV), der wieder alte Ansichten aus Lobberich zeigte. "Mittlerweile locken wir mit den alten Ansichten auch jüngere Menschen an", berichtete Günther Bertges vom VVV erfreut. Vor einigen Jahren hätten fast ausschließlich ältere Besucher die Bilder betrachtet, nun kämen immer mehr jüngere Menschen mittleren Alters. Sie wollten sehen, wie ihre Heimatstadt einst ausgesehen hat.

Auch am Stand des Technischen Hilfswerks "knubbelten" sich die Interessenten. Das Jugend-THW demonstrierte das Binden von Knoten und lud Besucher jeden Alters zum Ausprobieren und Erfahren technischer Hilfsmittel ein. Die Freiwillige Feuerwehr zeigte ihre Fahrzeuge, und die Treckerfreunde präsentierte ihre herrlichen Exemplare. Wer noch nicht müde war, konnte an den rund 40 Ständen des Nette-Trödels zwischen Büchern, Puppen, Spielsachen und Porzellan ein Schnäppchen suchen. Dass das Möhrenfest auch in die dritte Runde geht, steht nach dem neuerlichen Erfolg außer Frage.

Quelle: RP
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