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Nettetal
Lobberich feiert im Zeichen der Möhre

Nettetal: Lobberich feiert im Zeichen der Möhre
Sobald der Regen nachließ,strömten die Menschen nach Lobberich, um zu bummeln, einzukaufen und sich mit Möhren-Gerichten zu stärken. FOTO: F.H. Busch
Nettetal. Verkaufsoffener Sonntag, zahlreiche Stände in der Innenstadt, Feuerwehr, THW und VVV präsentieren sich - beim Möhrenfest gab es viel zu erleben. Die Suche nach der Möhre nahm allerdings etwas Zeit in Anspruch Von Daniela Buschkamp

Auf jedem Plakat zum Möhrenfest war sie zu sehen: ein orangefarbene, lächelnde Karotte mit flauschigem Grün. Wer sich gestern in Lobberich auf ihre Spur setzte, der hatte vom Marktplatz bis zum Ingenhoven und entlang der Hochstraße einiges zu tun. Denn so groß war die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung noch nie.

Ulla Tautorus aus Duisburg gehörte zu den Händlern, die das Möhrenfest vergrößerten. Die Duisburgerin bot selbst genähte Kissen, gefüllt mit Raps, an - sowohl zum Kühlen als auch zum Wärmen. Gestern Mittag konnte Tautorus selbst Wärme vertragen - ein langer Regenschauer ließ erst die Schirme aufgehen und dann die Menschen von den Straßen flüchten. Dennoch gefällt das Lobbericher Möhrenfest der rothaarigen Duisburgerin: "Ich würde nochmals kommen." Möhren sucht man bei ihr allerdings vergebens, ebenso wie beim benachbarten Stand mit Kräuterbonbons ("Mit Möhren haben wir nichts"), mit Halbedelsteinen. Um die Ecke gibt es Gürtel, Schmuck und Bilder auf Papyrus - von Möhren auch dort keine Spur.

Thomas Leuf, Mitveranstalter vom Werbering Lobberich, war dennoch zufrieden: "Die Idee mit den zusätzlichen Ständen zusätzlich zum Trödel kam bei den Besuchern sehr gut an. Dieses Konzept war der richtige Weg." Deshalb, so Leuf, könne er sich gut vorstellen, beim nächsten Möhrenfest wieder auf zusätzliche Stände zu setzen. Ob Irene Müller aus Mönchengladbach dann erneut Schmuck und Selbstgenähtes wie Handytaschen, ganz ohne Möhren, anbieten würde? "Das Wetter ist schon sehr schlecht. Der Auf- und Abbau des Standes bei Regen ist lästig." Und das Schlimmste, meinte sie: "Die Leute bleiben weg."

Auch Thomas Leuf haderte mit dem Wetter, aber: "Bei dem Regen können wir mit der Resonanz zufrieden sein." Die Nässe störte Theo Kehren nicht: "Ich komme immer genre nach Lobberich, etwa zum Schuhkauf", sagte der Brüggener. Er schätze die gute Beratung vor Ort. Das hört Geschäftsmann Fritz van den Eynden gerne. Er erkennt das Möhrenfest als Präsentationsmöglichkeit für die Händler an. Sie könnten mit ihrem Angebot und der Beratung punkten: "Allerdings ist ein solches Fest mit hohem Aufwand verbunden."

Das weiß auch Helmut Heesen vom Verkehrs- und Verschönerungsverein: Er hatte erneut eine Foto-Ausstellung konzipiert - diesmal mit historischen und aktuellen Motiven aus der Lobbericher Innenstadt. "Das interessiert viele Menschen. Viele haben Fragen", sagt Heesen. Möhren sucht man auf seinen Fotos allerdings vergebens. Zwar waren der Tauchcontainer der Feuerwehr und die imposante Drehleiter von Kindern umlagert - doch noch immer fehlte eine Spur von Karotte und Co.

Erst an der Möhrenbar und beim Catering Nettetal am Markt wird der Möhrenfreund glücklich: "Wir verkaufen am meisten Möhrenjubbel und Panhas", sagt Dorothee Thielen von Brocker. Allein 30 Kilo davon wurden für das Möhrenfest vorbereitet. Serviert werden auch Möhrenkuchen, -brot und Möhren-Ingwer-Suppe.

Erik Radmacher vom Catering-Nettetal hat ebenfalls ein Herz für Möhren. Er hat die Tische entsprechend dekoriert und bietet Möhrenpizza, Möhrenburger und Crepes. Mit ungewöhnlichen Gerichten kennt er sich aus: Radmacher gehört zum Nettetaler Wild-West-BBQ-Team, das bei den NRW-Grillmeisterschaften den dritten Platz belegte. Und wer von der Möhre noch nicht genug hatte: Sie gab es zu kaufen, auch in kleinen Säcken.

Quelle: RP
 
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