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Nettetal
Mit kleinem Geld werden hier Wünsche verwirklicht

Nettetal. Seit 15 Jahren betreiben ausschließlich ehrenamtliche Kräfte den Kindertraum-Laden an der Poensgenstraße. Von Heinz-Willi Schmitz

"Das ist ein saustarker Laden hier - danke" steht auf einer Botschaft im Kindertraun-Laden an der Poensgenstraße 9. Den Secondhand-Laden gibt es nun seit 15 Jahren. Die Vermieterfamilie Koletsas brachte dazu ein neues Ladenschild an: "Elterninitiative Kindertraum, Menschenleben. Wir sind Inklusion." Verkauft werden nur gespendete Waren - Kleidung für jedes Alter, Deko-Ware, Bücher und Modeschmuck oder Hausrat.

Gegründet haben den Verein 1994 Eltern behinderter Kinder. Sie sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderungen am regulären Leben teilhaben, von der Schule bis in den Beruf. Seit dem 11. November 2000 betreibt der Verein mit ausschließlich ehrenamtlichen Kräften den Secondhand-Laden. Mit den Einnahmen deckt Kindertraum staatlich nicht abgedeckte Integrationshilfen an Partnerschulen ab.

Die ersten Verkaufskräfte im Herbst 2000, noch an der Jahnstraße, waren Doris Bellen, Toos Bendlage, Elvire Kückemanns, Bärbel Kröhan, Edith Kuhn, Luise Pätzel, Karin Peters und Mia Bonnacker. Vorsitzender Ludger Peters dankte allen für ihren Einsatz. Es sei zwiespältig, einzelne ehrenamtliche Kräfte hervorzuheben. Aber bei vier Frauen mache er eine Ausnahme. Elvire Kückemanns habe den Laden zum sozialen Dreh- und Angelpunkt Kaldenkirchens gemacht. Toos Bendlage habe sich rastlos und uneigennützig eingebracht. "Sie verscherbelt sogar Schrott, den wir im Laden nicht anbieten können." Karin Peters habe Ideen zur Dekoration eingebracht, Putzen und Waschen gehöre dazu. Mia Bonnacker (81) sei nicht wegzudenken. "Ich glaube, es gibt niemanden, der so oft wie sie über die Schwelle dieses Geschäftes gegangen ist."

Peters bat Bürgermeister Christian Wagner, der im Namen der Stadt gratulierte und den ehrenamtlichen Kräften ausdrücklich seine Anerkennung aussprach, Nettetal zur inklusiven Stadt zu machen. Kindertraum wolle das Bürgerhaus in eine Brasserie mit Wohnungen für behinderte Menschen umwandeln. "Der Inklusionsbetrieb schafft reguläre Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung. Den dann wegfallenden Standort der Bücherei wollen wir über einen Kurierdienst aufrecht erhalten." Auch in der Stadt könnten betriebsintegrierte ausgelagerte Werkstattplätze ausgewiesen werden. "Wir sind bereit, uns für diese Stadt zu engagieren und Strukturen zu schaffen, die Nettetal zu ersten Inklusionsstadt überhaupt machen."

Christian Wagner sicherte zu, diese Ideen aufzunehmen, es gebe ohnehin Überlegungen, Kindertraum möglicherweise auch in andere Projekte einzubinden. Der Einladung gefolgt waren auch Ortsvorsteher Ingo Heymann, Vertreter des Bürgervereins Kaldenkirchen und von "Kaldenkirchen aktiv" sowie die Vorsitzende des Sozialausschusses, Tanja Jansen. Wagner unterstrich, das Geschäft bringe nicht nur wichtige Einnahmen für den Verein. Er lasse auch zu, dass sich Menschen mit kleinerem Budget Wünsche erfüllen könnten. "Hier finden Menschen, die finanziell eingeschränkter sind, eine Anlaufstelle und bei Bedarf auch Unterstützung."

(hws)
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