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Nettetal
Neue Schilder weisen auf jüdische Friedhöfe hin

Nettetal. Der Bürgerverein Kaldenkirchen wird im Einvernehmen mit der Stadt und dem Landesverband der jüdischen Gemeinden zwei Schilder als Hinweis auf die jüdischen Friedhöfe in Kaldenkirchen aufstellen. Der Text wurde sorgfältig ausgewählt und abgestimmt. Dem Wunsch des Landesverbandes, einen Davidstern auf die beiden Schilder zu setzen, wurde entsprochen.

Auf dem Friedhof an der Ecke Jahn-/Frankstraße steht auf dem Schild: "An dieser Stelle begruben die Kaldenkirchener Juden auf einem kleinen, schmalen Grundstück ihre Toten. Schon 1824 wurde die Parzelle 'Am Juden Kirchenhof' bezeichnet und dann 1840 ausdrücklich belegt. Im Jahre 1900 wird seine Größe mit 3,80 Ar angegeben. Er war damals mit einer lebenden Hecke umgeben und mit einem Tor verschlossen, wie ein Bild aus den 1920er-Jahren zeigt. Jede Grabstelle hatte einen Grabstein mit Inschrift. 1924, also genau 100 Jahre nach der Ersterwähnung, wurde ein wesentlich größeres Grundstück am Akazienweg in der Nachbarschaft des katholischen Friedhofs zur Bestattung bestimmt."

Der Text auf dem Friedhof am Akazienweg lautet: "Nachdem man seit 1924 den kleinen Judenfriedhof an der heutigen Jahnstraße nicht mehr genutzt hatte, wurde dieser Platz am Akazienweg für Beerdigungen ausgewählt. Erhalten sind 13 Grabsteine, überwiegend mit hebräischen Inschriften. Als letztes Mitglied der jüdischen Gemeinde Kaldenkirchen vor ihrer Vernichtung durch die Nationalsozialisten wurde 1937 Simon Sanders beigesetzt. Die parkartige Anlage mit den großen Robinien ist ein sichtbares Zeichen jüdischer Kultur in Kaldenkirchen." Bürgervereinsvorsitzender Heinz-Willi Schmitz sagt: "Es ist gewissermaßen der Abschluss der in Kaldenkirchen aufgestellten Schilder an Denkmälern." Eine Aktion, die viel Beifall und Anerkennung in der Bürgerschaft fand.

Der Bürgerverein sorgte dafür, dass es gegenüber des Standortes der Synagoge ein Hinweisschild und am Standort selbst eine Grundrissnachzeichnung gibt sowie Stelen mit den Namen der jüdischen Mitbürger aus Kaldenkirchen auf dem Friedhof an der Jahnstraße.

Bei der Aufstellung der Schilder am Donnerstag, 10. November, 16 Uhr, am Akazienweg und anschließend an der Jahnstraße werden unter anderem Vertreter der jüdischen Gemeinde und der Stadt anwesend sein. Leo Peters vom Bürgerverein Kaldenkirchen wird einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Juden in Kaldenkirchen geben.

Quelle: RP
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