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Nettetal
Stadt will Platz für Pferdehänger schaffen

Nettetal: Stadt will Platz für Pferdehänger schaffen
Um die Parknot rund um den Premiumwanderweg Galgenvenn zu lindern, wurde der Platz für Fahrzeuge mit Anhängern reduziert. Nun kommen Reiter mit ihren Gespannen nicht mehr nah an den Grenzwald heran. FOTO: Ulrich Schütz
Nettetal. Nach Protesten der Reitvereine bemüht sich die Verwaltung um Parkmöglichkeiten. Denn auf dem Wanderparkplatz Knorrstraße dürfen nur noch Autos halten. Favorisiert wird eine Fläche am Bolzplatz in Grenzwaldnähe Von Joachim Burghardt

Reiterfreundlich gibt sich die Seenstadt: "Für den Tourismus spielen auch Reiter eine wichtige Rolle", sagte Helma Josten (CDU). Man werbe mit einem ausgedehnten Reitwegenetz im Grenzwald und mit einer Gastronomie, die sich auf Reiter und ihre Pferde eingestellt habe. "Umso wichtiger ist natürlich, dass es genügend Parkmöglichkeiten für Pferdeanhänger gibt", sagte die Ratsfrau. Doch um solchen Parkraum ist es schlecht bestellt, seit der Wanderparkplatz an der Knorrstraße in Kaldenkirchen für Pferdeanhänger gesperrt wurde - weshalb Nettetaler Reitvereine aufbegehrten. Verwaltung und Politik suchen nach Lösungen für neue Parkmöglichkeiten und scheinen jetzt fündig geworden zu sein.

"Wir Reiter fühlen uns ausgesperrt", hatte Ingrid Schepers vom Reitstall Lüthemühle gegenüber unserer Redaktion geklagt. Man habe keine Möglichkeit mehr, nahe am Grenzwald ein Fahrzeug mit Pferdeanhänger abzustellen. Unterstützung bekommen die Reiter aus der Politik. So berichtete Hubert Schröder (CDU) im Betriebsausschuss Nettebetrieb, als es um die Instandsetzung von Wanderwegen und Wanderparkplätzen ging: "Mitglieder von Reitvereinen haben mir ihre Sorgen benannt, weil sie nicht wissen, wo sie nun mit ihren Pferdeanhängern am Grenzwald parken sollen." Er ersuche deshalb die Verwaltung, alternative Parkflächen zu suchen und auszuweisen.

Tatsächlich bemüht man sich im Rathaus um Abhilfe, hatte beispielsweise zwischenzeitlich den Reitvereinen empfohlen, an der Südlichen Wambacher Straße oder Bürdestraße in Kaldenkirchen zu parken - was nicht auf Gegenliebe bei den Reitern stieß. "Zu gefährlich", so Schepers, ein Tier habe sich dort beim Ausstieg aus dem Anhänger verletzt.

Verständnis für die Bedenken der Reiter zeigte Susanne Fritzsche: "Das geht gar nicht, ein Pferd auf Asphalt aus einem Anhänger zu führen, und dann noch neben fließendem Verkehr, der so ein Tier nervös macht. Das wäre unverantwortlich", sagte die Technische Beigeordnete, selbst passionierte Reiterin, im Betriebsausschuss Nettebetrieb. Man arbeite deshalb intensiv daran, anderen Parkraum auszuweisen.

Nach Gesprächen zwischen Verwaltung, Politik und Reitvereinen sickerte durch, dass eine stadteigene Fläche am Bolzplatz im Bereich Kreuzmönchstraße/Sandfeldstraße in Kaldenkirchen, nahe am Grenzwald also, favorisiert werde. Auf dem freien Bereich am Straßenrand parken schon jetzt ab und zu Autos.

Dazu Fritzsche auf Nachfrage: "Wir haben mehrere Möglichkeiten ins Auge gefasst, aber, ja, es stimmt, mit dieser Fläche befassen wir uns konkret." Auf dem herzurichtenden Platz könnten im Idealfall bis zu sechs Gespanne, also Fahrzeuge mit Anhänger, stehen, allerdings seien noch Aspekte wie Bodenbeschaffenheit, Verkehrssicherheit und Kosten zu prüfen. Zudem müsse man sich, so Fritzsche, mit dem Kreis Viersen abstimmen, eine Entscheidung sei in diesem Jahr kaum noch herbeizuführen.

Grundsätzlich begrüßt Schröder den Plan: "Aber im Bereich des Pferdeturnierplatzes, wo die Knorrstraße breiter ist, könnte man sicher auch noch die stadteigenen Straßenränder zum Parken ausweisen und notfalls den Boden etwas befestigen." Seine Parteikollegin Josten gab sich "zumindest froh, dass sich alle bemühen", schließlich gehe es auch um den Wirtschaftsfaktor Tourismus: "Eine neue Werbebroschüre zusammen mit Brüggen wird ausdrücklich auf die Reitmöglichkeiten im Grenzwald hinweisen, da müssen wir also bis zur nächsten Saison für heimische und auswärtige Reiter Parkraum anbieten können."

Quelle: RP
 
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