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Neukirchen-Vluyn
Krähen: Echtes Problem oder doch übertrieben?

Neukirchen-Vluyn: Krähen: Echtes Problem oder doch übertrieben?
Eine Saatkrähe (Corvus frugilegus) mit dem typischen Schnabel. FOTO: privat
Neukirchen-Vluyn. Der SPD-Antrag, gegen die Rabenvögel in Neukirchen vorzugehen, wird kontrovers diskutiert - auch in den sozialen Netzwerken. Von Stefan Gilsbach

Sind die Krähen im Bereich der Kolonie-Viertel in Neukirchen eine Plage für die Anwohner? Über diese Frage wird seit der vergangenen Woche kontrovers diskutiert. Den Anfang hatte die SPD-Fraktion mit einem Antrag gemacht, der die Beschwerden von Bürgern wiedergibt. Darin ist die Rede von Lärmbelästigung, vom Dreck, den die Tiere verursachen und sogar über Angriffe auf Passanten während der Brutzeit wird berichtet. Der nächste Bauausschuss soll sich mit dem Thema beschäftigen und gegebenenfalls Lösungen suchen.

Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Meinungen zurzeit bei Debatten im Internet. Auf einer Facebook-Seite der SPD äußert der Piraten-Politiker Jochen Lobnig Zweifel am Sinn der Gegenmaßnahmen: "Eine Umsiedlung der Krähenkolonien allein führt nicht zum Erfolg. Baumschnittmaßnahmen begleiten diese Maßnahmen ebenfalls. Ein Anpflanzen von Bäumen mit Wuchshöhen von mehr als 15 m fördern die Nestbauaktivitäten von Krähen. Nun werden ja in der Niederbergsiedlung Anpflanzungen mit Bäumen von mehr als 20 m vorgenommen. Klimaschutz oder Lärmbelästigung. Auch hier dürfen Fragen gestellt werden." Marcel Depunkt sieht auch Versäumnisse bei den Menschen: "Eine gute Lösung wäre Abschaffung (sic!) der gelben Säcke. Da wird sich oft bedient."

André Landskron, ebenfalls Piratenpolitiker und wie Lobnig Mitglied der gemeinsamen Fraktion FDP/Piraten, kommentiert: "So lange Nahrung und Nistplatzmöglichkeiten in der Stadt sind, werden die Krähen immer in der Nähe der Nahrungsquelle ihre Nestplätze bauen, damit werden in späteren Jahren wieder eine große Population haben." Ein gutes Beispiel dafür sei die Taubenplage am Trafalgar Square in London gewesen. Nachdem ein strenges Fütterverbot verhängt worden war, sei die Plage der großen Taubenschwärme innerhalb kurzer Zeit verschwunden.

Frank Grusen, der Sprecher der Neukirchen-Vluyner Stadtverwaltung, bestätigt, dass das Ordnungsamt immer mal wieder Beschwerden über die schwarzen Vögel erhält. Diese sollen laut den Berichten der Bürger hauptsächlich im so genannten Krähenwäldchen nisten, das sich am Bendschenweg in Nähe der Kolonie befindet.

In Deutschland kommen drei Krähen vor: Die Raben- und die Nebelkrähe werden auch gemeinsam unter dem Namen Aaskrähe zusammengefasst. Die Saatkrähe fällt auf durch ihren "nackten" Schnabel und vereint sich häufiger zu großen Schwärmen als die anderen Arten. Während sie an manchen Orten massenhaft auftritt, ist sie an anderen wiederum selten geworden und steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste, wie der Naturschutzbund Nabu auf seiner Internetseite mitteilt.

Nicht alle Facebook-Nutzer können der Diskussion um die Rabenvögel etwas abgewinnen. So postet Anke Blumstein: "Haben die Neukirchen-Vluyner keine anderen Probleme, als sich über brütende Krähen zu beschweren?"

Quelle: RP
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