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Neukirchen-Vluyn
Naturschützer werben bei Kunden fürs Einkaufen ohne Plastik

Neukirchen-Vluyn. "Heute haben sie mich erwischt", sagt die Marktbesucherin auf dem Hindenburgplatz, als sie das Flugblatt von Günter Roggenkamp in die Hand gedrückt bekommt. Von Peter Gottschlich

Darauf wird für einen plastikfreien Wochenmarkt geworben. "Sonst benutze ich keine Plastiktüten, aber heute ich habe meinen Stoffbeutel vergessen", gesteht sie Roggenkamp, der Sprecher des BUND-Ortsvereins Moers ist. Der Bund für Umwelt und Naturschutz ist einer der großen Umweltvereine Deutschlands. Wie diese Frau reagierten die meisten positiv auf die Aktion des BUND, dessen Ortsgruppe auch für Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort zuständig ist. "Die Zustimmung war groß", berichtete Roggenkamp.

Schließlich kaufen die Marktbesucher meistens mit Stoffbeuteln oder Bastkörben ein. Allerdings füllen sie diese oft mit dünnen Plastikbeuteln, in die sie Obst und Gemüse einpacken lassen. "Diese Henkelbeutel könnten durch Papiertüten ersetzt werden", sagte am Samstag BUND-Mitglied Edelgard Bergmann. "Allerdings sind Papiertüten teurer als Plastiktüten. Eine Alternative ist, sich Gemüse und Obst direkt in Stoffbeutel oder Korb packen zu lassen. Denn Gemüse und Obst besitzen eine natürliche Schutzhaut."

Das gilt nicht für Fleisch oder Fisch. Aus hygienischen Gründen schreibt der Gesetzgeber vor, diese in Plastikfolie einzupacken. "Ich habe mit dem Mann am Fischstand gesprochen", berichtete Günter Roggenkamp. "Er hat mir erzählt, dass er Fisch gern in Papier einwickeln würde, wie früher. Aber das ist heute nicht mehr erlaubt. Er darf auch nichts in Dosen füllen, die von Kunden mitgebracht werden."

Die Moerser BUND-Gruppe wollte mit der Aktion auf dem Wochenmarkt auf den Verbrauch von Plastiktüten aufmerksam machen, den sie für eine Ressourcenverschwendung hält. "Rund 200 Plastiktüten benutzt jeder Europäer pro Jahr", sagte Fiona Lauer als stellvertretende Sprecherin. "Die Plastiktüten haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 25 Minuten. Dann werden sie weggeschmissen." Hinzu kommen die leichten Henkelbeutel, deren Zahl nicht bekannt ist. "Im Idealfall landen die Tüten und Beutel im Gelben Sack und werden verbrannt", berichtete Edelgard Bergmann. "Wenn es nicht so gut läuft, können sie in die Nahrungskette gelangen. Dann verenden Vögel und Fische." Und auch der Mensch werde belastet.

Quelle: RP
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