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Neukirchen-Vluyn/Moers
Naturverein sucht wieder Vogelzähler

Neukirchen-Vluyn/Moers. Die Nabu-Ortsgruppe Moers/Neukirchen-Vluyn beteiligt sich an der "Stunde der Wintervögel" vom 8. bis 10. Januar. Von Stefan Gilsbach

Auch wenn die Feiertage nun fürs erste hinter uns liegen, mit den Ritualen zum Jahreswechsel ist es noch nicht vorbei. Zu diesen gehört für viele Naturfreunde in der Region die Winterstunde der Gartenvögel. Sie findet vom 8. bis 10. Januar zum sechsten Mal bundesweit statt, und natürlich beteiligt sich auch die Nabu-Ortsgruppe Moers/Neukirchen-Vluyn daran. Der Naturschutzbund NRW (Nabu) ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Franz Reuter aus Neukirchen-Vluyn ist Vorsitzender der örtlichen Nabu-Gruppe. Auch er möchte natürlich seinen Teil dazu beitragen, dass ein deutliches Bild über den aktuellen Bestand der Singvögel entsteht. "Vom Wohnzimmer aus habe ich unsere Futterstelle für Vögel im Garten gut im Blick", sagt er. Ungewöhnliche Gäste lassen sich selten sehen, "es sind meistens Kohlmeisen, Buchfinken, Grünfinken", meint er. Bemerkenswert sei es schon gewesen, dass er einen Kleiber erspäht hätte, jenen Waldvogel, der bekanntlich in der Lage ist, kopfunter an Baumstämmen hinab zu laufen. "Spatzen gibt es eher weniger. Die fühlen sich besonders auf Reiterhöfen wohl."

Wie der Nabu in seinem aktuellen Infoblatt zur Stunde der Gartenvögel mitteilt, lassen sich aktuell vermutlich vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle beobachten. "Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren", sagt Joachim Kranz, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im Nabu NRW.

Vom 8. bis 10. Januar findet zum sechsten Mal die bundesweite "Stunde der Wintervögel" statt: Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abgleichen zu können, hoffe der Nabu wieder auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion auch in NRW. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/sdw/ bis zum 18. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800 1157-115 geschaltet. "Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig", so Kranz weiter.

Bei der Vogelzählung im Januar 2015 beteiligten sich bundesweit über 76.000 Menschen. Mehr als 1,9 Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten wurden gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Feldsperling, Blaumeise und Amsel. In NRW reichten mehr als 11.000 Vogelfreunde Meldungen von über 297.000 Vögeln aus rund 8000 Gärten ein. Der Haussperling hatte in NRW "den Schnabel vorn". Auf den Plätzen folgen Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Buchfink. Der Nabu möchte die Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam machen und zur Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel motivieren.

"Die guten Zahlen für den Sperling haben mich gewundert", räumt Franz Reuter ein. "Es war ja zuletzt immer wieder zu hören, dass der Bestand gefährdet sei."

Zu den Singvögeln gehören übrigens auch die Rabenvögel wie Krähnen, Dohlen, Elstern und Häher. Einen Kolkraben im Garten zu sehen, dürfte in der Region kaum jemand vergönnt sein, obwohl diese größten Rabenvögel mittlerweile geschützt werden und sich der Bestand in manchen Gegenden wieder erholt. Auch ein Steinkauz wäre eine echte Besonderheit im Garten. Die kleinen Eulen brüten gerne in den Höhlen alter Weidenbäume. Sie gelten als Charaktervögel des Niederrheins, leider sind aber auch sie Steinkäuze gefährdet. Im Gegensatz zu anderen Eulen lassen sie sich manchmal auch am Tag beobachten, wenn sie etwa auf einem Holzstumpf Ausschau nach Beute im Gras halten. Die Nabu-Ortsgruppe Moers/Neukirchen-Vluyn engagiert sich beispielsweise durch das Aufhängen von Niströhren für den Schutz des Steinkauzes. Außerdem beschneiden die Mitglieder regelmäßig Kopfweiden. Wer sich gern dafür engagieren möchte, kann Kontakt aufnehmen unter E-Mail f.reuter.vluyn@t-online.de.

www.nabu-wesel.de

Quelle: RP
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