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Neukirchen-Vluyn
Zentrale Sportanlage wird wieder Thema

Neukirchen-Vluyn. Die SPD-Fraktion regt an, die auf Eis gelegten Planungen für eine gemeinsame Anlage für den TuS Preußen Vluyn und den SV Neukirchen erneut aufzunehmen. Die Vereine arbeiten eng zusammen, selbst eine Fusion scheint denkbar. Von Josef Pogorzalek

Über eine zentrale Sportanlage in Neukirchen-Vluyn ist vor Jahren bereits diskutiert worden. Sie sollte dem TuS Preußen Vluyn und dem SV Neukirchen gemeinsam dienen. Doch die Zeit schien damals noch nicht reif, um die Idee umzusetzen; die Vereine taten sich schwer mit dem Gedanken, eine Anlage gemeinsam zu nutzen. So wurde die Planung der Sportanlage "mit der Maßgabe zurückgestellt, dass sich beide erst auf einen gemeinsamen Spielbetrieb verständigen sollen". So heißt es in einem Antrag, den die SPD-Fraktion jetzt vorgelegt hat. Sie möchte die Diskussion über die zentrale Sportanlage neu aufrollen.

Der Zeitpunkt für den Antrag passt, denn die beiden Vereine kooperieren inzwischen miteinander. Im Bereich der Jugendfußball-Abteilung gibt es Spielgemeinschaften. Zudem wurde ein gemeinsamer Förderverein für die Fußballjugend gegründet - mit dem ausdrücklichen Ziel, "die mittelfristig unaufhaltsame Verschmelzung unserer beiden Vereine voranzubringen", wie es in der Einladung des TuS Preußen zu einer Infoveranstaltung hieß. Elke Buttkereit (SPD) sieht dies als ein "zukunftsorientiertes" Modell. "Man wird die Teams kaum wieder splitten, wenn die Spieler 18 sind", sagt sie. Will sagen: Auch im Erwachsenenbereich sei auf Dauer ein Zusammengehen der Vereine zu erwarten.

Die Fusion der Vereine sei aus seiner Sicht "nicht aufzuhalten", sagte gestern Ulrich Welke, Zweiter Vorsitzender des TuS Preußen. Die Vereine spürten den demografischen Wandel, für einen Verein allein werde es immer schwerer, eine junge Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen. Auch eine neue Sportanlage wäre aus Sicht Welkes für die Vereine wichtig, um sich für die Zukunft aufzustellen. "Wir bilden sehr gut aus, aber später werden uns die Spieler von Vereinen in der Region weggezogen, weil es dort bessere Anlagen gibt. Es gibt kaum noch einen Verein ohne Kunstrasenplatz." Auch sind die bestehenden Vereinsgebäude in die Jahre gekommen. Als sie gebaut wurden, war zum Beispiel Frauenfußball kein Thema. So musste der TuS für seine Mädchen-Teams Umkleiden im Keller einrichten. "Wir kommen klar", sagte Welke. "Aber das kann kein Dauerzustand sein."

Welke zeigte sich überzeugt, dass auch eine im Haushaltssicherungskonzept befindliche Stadt wie Neukirchen-Vluyn eine "profunde Gegenfinanzierung" für den Bau einer neuen Sportanlage aufstellen könne. Die notwendigen Grundstücke stünden am Julius-Stursberg-Gymnasium bereit und seien bereits in städtischem Eigentum. Die Idee ist, das derzeitige Vereinsgelände des TuS Preußen Vluyn - laut Buttkereit ein "Filetstück" - nach dem Bau einer neuen, zentralen Sportanlage, als Wohnbauland zu vermarkten. Ähnlich wie es in Moers mit der alten Grafschafter Kampfbahn geschieht, nachdem eine neue Sportanlage für den Grafschafter Spielverein und den Moerser TV gebaut worden ist.

Wie die Stadt gestern mitteilte, unterstütze Bürgermeister Harald Lenßen ausdrücklich die Planungsideen für eine zentrale Sportanlage. Die früheren Planungen müssten allerdings angepasst werden. So sei ein Kunstrasenplatz an der ursprünglich angedachten Stelle aufgrund der Errichtung eines naturwissenschaftlichen Traktes am Schulzentrum nicht möglich. Auch der finanzielle Rahmen des Projektes müsse neu abgesteckt werden. Im Hauptausschuss soll in der nächsten Woche die Bedingungen für die Anlage erläutert werden.

Quelle: RP
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