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Neuss
63 neue Wohnungen in Bahnhofsnähe

Neuss: 63 neue Wohnungen in Bahnhofsnähe
Das frühere Domizil der Neusser FOTO: L. Berns
Neuss. Zwischen Further Straße und Katharina-Braeckeler-Straße will eine Firma vier Mietshäuser bauen. Von Christoph Kleinau

Die Bauverwaltung spricht von einem Modellprojekt: Begrenzt von der Arbeitsagentur und der neuen Seniorenresidenz "Alloheim" sollen zwischen der Further Straße und der Katharina-Braeckeler-Straße in Bahnhofsnähe vier neue Wohngebäude mit ausschließlich Mietwohnungen im Segment des preisgedämpften Wohnens entstehen. Das Besondere daran: Das Projekt soll durch Privatanleger quersubventioniert werden.

Hinter dem Neubauvorhaben steht die in Pfarrkirchen residierende Bayernland Wohnimmobilien GmbH, deren Schwesterfirma "Bayernland Sozialimmobilien" das im November vergangenen Jahres eröffnete Alloheim gebaut hat. Dort wird mit rund 63 Wohnungen kalkuliert, von denen deutlich mehr als die Hälfte als Ein- beziehungsweise Zweiraumwohnungen gebaut werden sollen. Gerade an diesen kleinen Wohnformen herrscht in Neuss ein besonders großer Mangel, den nicht zuletzt die Studie eines Bochumer Planungsbüros, das im Auftrag der Stadt vor zwei Jahren den Wohnungsmarkt in Neuss analysierte, belegt.

Allerdings sieht das Geschäftsmodell der Bayernland keine öffentlich geförderten Wohnungen vor. Es ermöglicht aber andererseits eine Vermietung unterhalb der Sätze, die im frei finanzierten Wohnungsbau verlangt werden. Möglich macht das nach Unternehmensangaben die Aufteilung der Baumasse. Während im Bereich der Nebenräume ein Sondereigentum als Invest gebildet wird, bleiben die über einen zentralen Verwalter zu vermietenden Wohnungen im Gemeinschaftseigentum. Ziel sei es, so fasst die Verwaltung Gespräche mit dem Projektträger zusammen, durch das Einführen eines weiteren Preissegmentes - nicht frei finanziert, nicht staatlich gefördert - Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die keinen Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben, sich die marktübliche Miete aber auch nicht leisten können. Die Regelungen zum Mietpreiskonzept will die Stadt im Laufe des weiteren Verfahrens ausverhandeln. Dabei wird auch über die Vorgabe des Rates zu sprechen sein, der bei Bauvorhaben dieser Größe eine Quote für preisgünstigen Wohnraum vorschreibt.Die ersten Hürden hat das Projekt schon genommen. Die exakt 3616 Quadratmeter große Fläche, auf der an der Seite der Further Straße ein vor Jahren als Privatschule genutztes Haus steht, hat sich die Firma Bayernland mit notariellem Kaufvertrag gesichert. Ein Bonner Ingenieurbüro hat Pläne und Antragsunterlagen fertig, so dass nun ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden kann. Die Stadt begrüßt ein beschleunigtes Verfahren, denn der Wohnraumbedarf ist groß und der Standort für Wohnbebauung bestens geeignet. Außerdem wird nicht in die freie Landschaft hineingebaut, vielmehr finde innerhalb des Quartiers, das Ende des 19. Jahrhunderts entstand, eine Innenverdichtung statt.

Für den Bau wird das Grundstück abgeräumt. Die Bausubstanz der ehemaligen Privatschule gilt als desolat und wird abgebrochen. Auf dem übrigen Grundstück ist noch ein Erdbunker aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten, der ebenso beseitigt wird wie die Bäume.

Unter dem Grundstück entsteht eine Tiefgarage mit 62 Plätzen, die von der Katharina-Braeckeler-Straße angesteuert werden muss. An dieser Seite wie auch zur Further Straße schließen viergeschossige Neubauten an die Nachbarbebauung an. Im autofreien Innenraum sind zwei dreigeschossige Häuser geplant - plus Spielplatz, Fußweg und zwei großen Fahrradboxen.

Quelle: NGZ
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