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Neuss
Bauverein: Wohin mit dem falschen Quirinus?

Neuss: Bauverein: Wohin mit dem falschen Quirinus?
30 000 Euro wert, doch niemand will das Standbild haben. FOTO: C. Kleinau
Neuss. Wenn Kinder im Verwaltungsgebäude des Neusser Bauvereins zu Gast sind, dann ist die mehr als mannshohe Figur eines Landsknechtes, die unter der Treppe im Foyer liegt, als Kletterfigur die Attraktion schlechthin. Doch dafür hat das städtische Tochterunternehmen das tonnenschwere Standbild nicht für 30.000 Euro von polnischen Steinmetzen anfertigen lassen.

Es sollte zurück in die Nische eines Wohnhauses an der Schulstraße, doch dort will niemand die Figur haben. Die Eigentümer-Versammlung hat die Rückkehr per Mehrheitsbeschluss vor einigen Tagen endgültig abgelehnt.

An eine solche Wendung hatte Bauvereins-Vorstand Frank Lubig nicht geglaubt, als er vor vier Jahren den Altbestand an der Schulstraße kaufte, um dort Neubauten mit hochwertigen Eigentumswohnungen zu errichten. Die Sicherung der Figur war Teil der Abbruchgenehmigung, für ihre Rückkehr wollte der Bauverein von sich aus sorgen. Nachdem das nicht mehr möglich ist, ist Lubig wirklich ratlos: "Wir sind für jede Anregung dankbar." Barbara Wierig als Nachbarin hat schon eine formuliert. Wenn der Platz am Niedertor neu gestaltet wird, könnte die neue Figur - die alte war aus Betonguss gewesen und nicht zu retten - dort auf einen Sockel gestellt werden.

Diese Figur gilt einigen Neussern wie Wierig als Darstellung von St. Quirin, anderen als Landsknecht. Dieser Streit bleibt offen, doch eines steht fest: Sicher ist der Krieger, dessen Lanze in einer Besenkammer verwahrt wird - ein Ladenhüter.

(-nau)
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