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Neuss
Beim Schützenfest in Speck und Wehl läuft das Dorf mit

Neuss. Wer mal ein etwas anderes Schützenfest erleben will, der sollte in den Südwesten von Neuss fahren. Hier liegen die beiden kleinen Dörfer Speck und Wehl, die längst zu einer Gemeinschaft verschmolzen sind. Schon seit 1837 gibt es dort eine Kirmesgesellschaft. Immer am letzten Juli-Wochenende wird zusammen gefeiert. Dann wird zwar auch marschiert, es gibt einen König und am Sonntag den Frühschoppen im Festzelt. Dennoch hat hier alles eher den Charme eines Nachbarschaftsfestes. So gibt es etwa keine Uniformen. Die meisten der 170 Mitglieder kommen im Anzug oder Hemd. Auch eine klassische Parade gibt es nicht. Dafür aber heute einen Umzug, bei dem alle Dorfbewohner mitlaufen können.

"Man spürt, dass der Zusammenhalt im Doppeldorf stimmt", sagte Reiner Breuer gestern in seiner Rede beim Frühschoppen. Für den Bürgermeister war es der erste Termin nach dem Urlaub und die erste Einladung zum Schützenfest in Speck und Wehl überhaupt. Der Abmarsch vom Festzelt zur Kapelle wurde dabei zur kleinen Ortsbegehung. Das Totengedenken erlebten die Teilnehmer als sehr ergreifend. "Wir leben in Zeiten, in denen wir täglich mit Terror und Leid konfrontiert sind", sagte Breuer, "da ist es gut, wenn wir Rheinländer dieser schrecklichen Zeit auch mal unser ,Freut euch des Lebens' entgegenstellen können."

Schon am Samstag war das Schützenfest mit dem Böllerschießen eröffnet worden. Im Gottesdienst am Nachmittag war König Ingo I. Zimmermann gekrönt worden. Abends sorgte DJ Captain Britz für Party-Stimmung im Zelt. Er hat die Erwartungen erfüllt. "Wir freuen uns, wieder mehr junge Leute im Zelt zu haben", sagte der Präsident der Kirmesgesellschaft Speck-Wehl, Sebastian Bürger. Für den Sonntag- und Dienstagabend konnten die Schützen die Band "Sound Convoi" verpflichten. "Das ist natürlich super. Wir hoffen, dadurch das Zelt so richtig voll zu machen", sagt Bürger.

Beim Frühschoppen gestern stand Karl-Heinz Bohnen im Mittelpunkt. Er wurde für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt und zum Ehrenmitglied ernannt. Ihm hefteten Bürger und König Ingo I. Zimmermann zwei neue Nadeln ans Revers.

(JaHu)
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