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Neuss und seine Stadtteile
Das gibt es nur in Reuschenberg: Ein Schlagbaum mitten im Ort

Neuss und seine Stadtteile: Das gibt es nur in Reuschenberg: Ein Schlagbaum mitten im Ort
Die Vorsitzende des Heimatvereins, Marlene Conrads, wartet auf ein neues Hinweis-Schild. FOTO: Woi
Neuss. Bis weit in die 1920er Jahre hinein war eine Zollstation das einzige Gebäude, ehe der Stadtrat grünes Licht für den Siedlungsbau gab. Eine "Barriere" erinnert daran, wie und wo Reuschenberg seinen Anfang nahm. Von Ludger Baten

Das Abkommen von Schengen ermöglicht ein Europa ohne Grenzkontrollen. Seither sind Schlagbäume aus der Mode gekommen. Doch wer auf der Bergheimer Straße, Reuschenbergs Verkehrs- und Lebensader, unterwegs ist, der entdeckt auf dem Bürgersteig so ein rares Exemplar, das die Einheimischen "Barriere" rufen.

Das Wahrzeichen in den Farben Schwarz und Weiß mag in der modernen Gesellschaft skurril wirken, aber es erinnert an eine Einrichtung, die am Anfang der Reuschenberger Geschichte steht: das Barrierehaus. Es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts an der Bergheimer Straße als Zollstelle errichtet. Als sie 1926 geschlossen wurde, war dort 77 Jahre lang Wegegeld erhoben worden. Die Barriereanlage war das einzige Gebäude weit und breit. Erst Anfang der 1930er Jahre gab der Neusser Stadtrat grünes Licht für den Siedlungsbau - der Startschuss für die Gartenvorstadt, in der heute rund 7.500 Menschen leben.

Das Barrierehaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Aber Spuren weisen bis heute den Weg zur ehemaligen Zollstelle. Da ist der Schlagbaum sowie die Straße An der Barriere und auch eine Gaststätte trägt diesen Namen. Schwarz und Weiß, die Farben Preußens, geben einen Hinweis, wer damals im Rheinland das Sagen hatte. So wird Reuschenberger Geschichte auch zur Neusser Geschichte.

Ein Hinweis-Schild mit unübersehbaren Gebrauchsspuren erklärt an der "Barriere" die Bedeutung des Wahrzeichens. "Das geht besser", sagt Marlene Conrads vom Heimatverein. Sie wünscht sich mehr Informationen für die Reuschenberger und ihre Gäste und ist auch bereit, dafür die Vereinskasse zu öffnen: "Wir finanzieren eine neue Lösung. Aber wir warten auf die Umsetzung." Die soll nun in Kürze erfolgen. Die geplante Schilderreihe "Neuss historisch" soll es auch bis zur "Barriere" schaffen.

Quelle: NGZ
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