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Serie Rätsel Der Stadt (12)
Das Hamtor ist heute ein Durchgang

Serie Rätsel Der Stadt (12): Das Hamtor ist heute ein Durchgang
Der alte Mauerstützbogen und seine nachempfundenen "Verwandten" aus Metall (l.) auf dem Hamtorplatz. FOTO: lue-
Neuss. Was auf dem Hamtorplatz wie ein Tor aussieht, ist Rest eines Mauerstützbogens. Von Ludger Baten

Neuss Auf dem Hamtorplatz steht ein Mauerbogen, den viele Passanten als Durchgang nutzen - von der Fußgängerzone in Richtung Drususallee und Büttger Straße, oder umgekehrt. Doch was aussieht wie ein "Tor", ist in Wahrheit der Rest eines alten Stützbogens der Stadtmauer. "Das Hamtor stand - mit Blickrichtung zum Hauptstraßenzug - rechts vom heute noch sichtbaren Bogen", sagt Jens Metzdorf, der Leiter des Stadtarchivs, "wenn wir es genau nehmen, laufen wir heute durch die Stadtmauer."

Wer sich Zeit nimmt, dem erklärt das Ensemble auf dem Hamtorplatz bis heute die mittelalterliche Situation. Da ist zunächst der alte Stützbogen, der Teil der Stadtmauer war und ihr Stabilität gab. An diese Bögen erinnern auch die Metall-Konstruktionen linker Hand. Sie nehmen die ursprüngliche Bebauung auf und empfinden die Reihe der Stützbögen nach; dienen Kletterpflanzen zugleich als Halt. Die Metallbögen wurden errichtet als der Hamtorplatz vor einigen Jahren umgestaltet worden ist. Zweites Element für den Anschauungsunterricht sind die Aufbauten auf dem Hamtorplatz, die rechts vom Stützbogen weite Teile des Stadttores im Grundriss deutlich werden lassen. Drittens kommen zwei kleine Modelle hinzu, die auf dem Hamtorplatz beziehungsweise an der Kreuzung Hamtorwall, Ecke Sebastianusstraße stehen. Sie geben Auskunft darüber, wie das Hamtor einst aussah und wie es in die damalige Doppelmauer mit dem Erftmühlengraben davor eingefügt war. Auf den Modellen sind auch deutlich die Stützbögen zu erkennen, von denen heute eins als Durchgang genutzt wird und wie ein "Tor" wirkt.

Die Stadtbefestigung besaß im 13. Jahrhundert fünf Tore: Das Niedertor im Norden - und dann im Uhrzeigersinn - das Rheintor im Osten zum Strom hin, das Obertor im Süden, das Zolltor im Südwesten und das Niedertor im Nordwesten. Das Hessentor, an das noch die Hessentorbrücke erinnert, wurde erst im 17. Jahrhundert während der so genannten Hessenzeit errichtet.

Quelle: NGZ
 
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