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Neuss
Die Kochgeschichten-Autorin

Neuss: Die Kochgeschichten-Autorin
Stellten jetzt im "Dom" das Buch "Neusser Speisekarte" vor (v.l.): Peter Rebig, Horst Ferfers, Eleonore Hillebrand, Gisela Welbers und Alfred Raibl. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Ursprünglich wollte Eleonore Hillebrand, Leiterin des Forums Lebensstile, ein reines Rezeptbuch über die regionale Küche herausbringen. Entstanden ist mehr: ein Werk mit Erzählungen und Gedichten übers Essen und Trinken. Von Anne Odendahl

Eleonore Hillebrand ist stolz auf das Buch, das jetzt in der Traditions-Gaststätte "Im Dom" vorgestellt wurde. Rezepte, Geschichten und Wissenswertes rund um Neuss und seine Köstlichkeiten beinhaltet es. Die "Neusser Speisekarte" ist ein Buchprojekt des Forums Lebensstile der "neuss agenda 21". Das Werk in weinrotem Einband umfasst 243-Seiten. Eleonore Hillebrand ist die Leiterin des Forums.

Essgewohnheiten der Römerzeit

Dass die Erarbeitung des Buchs viel Zeit gebraucht und überraschende Entwicklungen mit sich gebracht hat, gibt Hillebrand zu. 2008 begann das Projekt mit einer Aufforderung an die Neusser, Rezepte an das Forum zu schicken, die die Zubereitung von regionalen Produkten beschreiben. Leider reichten die Zusendungen nicht, um ein Kochbuch daraus zu gestalten. Das spiegelt auch die Erfahrung wieder, die Hillebrand auf den Regio-Märkten gemacht hat. "Erst einmal sind die Leute überrascht von der Vielfalt der regionalen Erzeugnisse und wissen deshalb auch oft nicht, welche Gerichte man damit zubereiten kann", berichtet Hillebrand von der Entstehungsidee ein regionales Kochbuch zu erarbeiten.

Das Forum Lebensstile geht aus der Lokalen Agenda 21 hervor, die an der Zukunftsfähigkeit von Neuss im 21. Jahrhundert arbeitet. Mit der Rückbesinnung auf saisonale Küche mit regionalen Produkten geht das Buch auf einen gegenwärtigen Trend ein, der den nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen beschreibt. "Es ist eine Schande, dass aus unseren reichen Böden Golfplätze gemacht werden", sagt Hillebrand, deren nächstes Projekt sich auf die "Wegwerf-Gesellschaft" beziehen soll. "Wir wollen die Menschen auf das Gute aufmerksam machen, das so nahe liegt, und sie wieder zum Kochen anregen."

Nach der kreativen Zwangspause, weil zunächst zu wenige Rezepte da waren, hat sich das Buch zu mehr als nur einem Kochbuch entwickelt. Es beginnt mit einer kleinen Historie über die Essgewohnheiten von der Römerzeit an bis zu einem Notkochbuch von 1945. Interviews mit Neussern, Lebensmittelproduzenten, Handwerkern und Gastronomen über den persönlichen Bezug zum Essen folgen. Die Rezepte erstrecken sich von einfacher Tomatensuppe über Stachelbeertorte bis hin zu ganzen Weihnachtsmenüs mit Gänsekeule und Bratäpfeln oder auch zu Exotischem wie Gänseleber libanesischer Art. Erzählungen und Gedichte übers Essen und Trinken, teilweise in Mundart, runden das Buch ab. Am Ende findet sich eine Liste mit landwirtschaftlichen Erzeugern aus der Region.

Quelle: NGZ
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