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Neuss
Die schönste Kleingartenanlage in Neuss

Neuss. Alle drei Jahre stellen sich die Kleingärtner dem Wettstreit um die schönste Anlage, nun siegten die Gartenfreunde von der Anlage "Im Zöör" knapp. Sowohl Zeit als auch Liebe seien bei der Pflege das entscheidende Rezept. Von Ute Böhm

Bereits im Juni wurde es ernst für die Neusser Gartenfreunde. Mit drei Fachleuten vom Landesverband der Kleingärtner wurden alle Neusser Anlagen in Augenschein genommen und bewertet. Am vergangenen Sonntag dann lüftete Friedhelm Doll, Vorsitzender des Stadtverbands, das Geheimnis um die Sieger.

Zu Gast waren die Vertreter aller 28 Neusser Anlagen im Norden beim KGV Deutsche Scholle. Die jeweiligen Vorstände waren auch gespannt darauf, wie sie in der Sicht der jeweiligen Fachleute da stehen. In vier Gruppen eingeteilt wurden zwölf Preise vergeben und der Gesamtsieger gekürt. Die größte Anerkennung konnte dann Anneliese Kraus entgegennehmen. Als Kassiererin der Kleingartenanlage "Im Zöör" vertrat sie den Vorsitzenden, da dieser gesundheitlich verhindert war. "Das macht mich stolz, denn wir investieren viel Zeit und Liebe in unsere Anlage", erklärte sie.

Die Anerkennung der eigenen Arbeit tut gut. 52 Gärten werden in der Siegeranlage bewirtschaftet, von ganz unterschiedlichen Menschen. "Wir haben ältere, erfahrene Gärtner, aber auch junge Familien", erläutert die Kassiererin des Vereins. Auch einige ausländische Familien nutzen den Kleingarten, da sie zum Teil das Gärtnern von zu Hause kennen. Der Garten ist auch ein Platz für die Kinder und Enkel. Die Integrationsfunktion der Kleingärten hatte auch Umweltdezernent Matthias Welpmann in seinem Grußwort betont, da sich die Menschen hier kennen lernen und unterstützen können. Die Unterstützung versprach er auch weiterhin von Seiten der Stadt, die als Ansprechpartner bereit steht.

Das Lob für die Siegeranlage gab es auch schon von Friedhelm Doll vom Stadtverband. Dieser hob die Arbeit des Vorsitzenden Günter Ridders hervor, der mit Weitsicht den Verein voran gebracht und für eine ausgewogene Balance in der Anlage gesorgt habe. Die Bewertung der Gartenanlagen erfolgte nach einem Kriterienkatalog, der auch darauf zielte, ob die Anlage kleingärtnerisch genutzt wird, also auch Obst und Gemüse angebaut werden. Sonderpunkte konnten für ökologische Maßnahmen vergeben werden. Am Ende setzte sich die Siegeranlage "Im Zöör" mit nur sechs Punkten Vorsprung eng engen die KGV "Neuland" durch.

Die grünen Oasen mitten in der Stadt erfreuen sich großer Beliebtheit, junge Familien entdecken das Gärtnern an frischer Luft wieder für sich und sorgen für einen Generationenwechsel, der sich langsam vollzieht. Einen besonderen Reiz im eigenen Stück Garten sieht Hans Peter Salgert vom KGV Deutsche Scholle in mehreren Bereichen: "Wir wollen unser eigenes Obst und Gemüse, ein Fleckchen zum Feiern mit Freunden und eine sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit."

Für Gartenfreundin Edeltraud Guder ist der eigene Kleingarten ein guter Ausgleich zu ihrem Bürojob. Die Arbeit ist eine willkommene Abwechslung und die Gemeinschaft untereinander ist ein wichtiger Faktor. "Wir helfen uns gegenseitig", erklärt sie. Bewerber für frei werdende Gärten stehen zum Teil schon auf Wartelisten. Wer mit einem Garten liebäugelt, sollte sich zunächst an den Vorstand der jeweiligen Anlage wenden.

Quelle: NGZ
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