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Neuss
Die Stimme der Taxi-Zentrale

Neuss: Die Stimme der Taxi-Zentrale
Der Beruf von Luise Koenen ist Stress pur – das Klima am Arbeitsplatz aber ist gut. Das hilft. FOTO: woi
Neuss. Wer Neuss 22 22 22 wählt, wird mit ihr verbunden: Seit zehn Jahren nimmt Luise Koenen am Telefon die Wünsche der Kunden entgegen und hält die Neusser Taxis in Bewegung. Das verlangt Freundlichkeit – und ein dickes Fell. Von Carmen Porschen

Rund um die Uhr sind sie auf den Straßen unterwegs, um Menschen von A nach B zu bringen: Taxifahrer. 72 Unternehmer nur in Neuss bringen 81 Wagen auf die Straße, fahren selbst und beschäftigen gut 200 Fahrer. Aber wer steuert ihren Einsatz, wer sorgt für Übersicht? Antwort: die Funkzentrale mit ihren sieben Mitarbeitern.

Eine in diesem Team heißt Maria-Luise Koenen, die bereits seit zehn Jahren für die Annahme der Anrufe zuständig ist. An drei Tagen in der Woche besetzt die 50 Jahre alte gelernte Industriekauffrau von 8 bis 12 Uhr diese Schaltstelle, ist der erste Kontakt für all jene, die "22 22 22" oder "80 00 88" gewählt haben. Ihre Wünsche werden von Koenen im Computer notiert.

Dass diese auch erfüllt werden, ist Sache eines zweiten Manns im Team, mit dem sie Hand in Hand arbeitet. Arbeiten muss. Koenen kennt ihr System, der zweite Kollege die Stadt. Denn er muss wissen, welcher Fahrer frei und in der Nähe des Anrufers ist und den Gast am schnellsten aufnehmen kann. Und er darf nicht schnell nervös werden.

Computer und Headset gehören zu Luise Koenens Arbeitsgeräten. Routiniert aber immer freundlich nimmt sie die Fahrtwünsche der Kunden entgegen. "Besonders schön an der Arbeit ist, dass Stammkunden einen schon an der Stimme erkennen und umgekehrt", sagt Koenen und gibt auch zu: "Bei Messen, an Karneval oder zum Schützenfest ist es schon sehr stressig bei uns." Denn einige Kunden verstünden dann nicht, dass es mit dem Taxi schon mal etwas länger dauern kann. "Da braucht man schon ein dickes Fell, um das auszuhalten", gibt sie zu.

Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern mag diese Herausforderungen dennoch gerne. Ausgleich vom Stress im Job findet sie beim Handarbeiten, dem Lösen von Rätseln und bei der Gartenarbeit. Na, und schließlich hilft auch die gute Stimmung unter den Kollegen über kleinere Krisen hinweg.

"Hier kommen alle gut miteinander aus, es ist sehr familiär", sagt auch Paul Rulf, Geschäftsführer der Taxi-Zentrale. Vor allem seit dem Umzug von TaxiNeuss, der Interessengemeinschaft, an die Moselstraße Anfang des Jahres. Das habe die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert.Rauchen ist seitdem in der Taxi-Zentrale verboten. Mit einer Ausnahme: Im Funkraum wird "gequalmt" wie eh und je.

Quelle: NGZ
 
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