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Neuss
DRK macht Druck beim Thema Blutspende

Neuss. Das Deutsche Rote Kreuz kann den Neussern nur Lob aussprechen: Mit rund 3500 Blutspenden haben die Neusser im vergangenen Jahr fast ebenso viel auf die "Blutbank" des DRK eingezahlt, wie im Jahr zuvor. Diese Stabilität ist schon ein Erfolg, denn vor allem in den Großstädten finden Menschen immer seltener zum Spendetermin.

Rund 40 Termine bietet das DRK den Neussern in der Regel jährlich an. Besonders erfolgreich ist nach Darstellung von Thomas Herzfeld, dem Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West, der so genannte Blutspende-Marathon im Neusser Rathaus. "Die für uns magische Grenze von 400 Spenden haben wir dabei zuletzt zwei Mal übersprungen", sagt Herzfeld. Durchschnittlich rechnet das DRK mit 50 Blutspenden bei einem Termin.

Weil aktuell vor allem Blutspenden mit dem Rhesusfaktor negativ fehlen, den nach Herzfelds Darstellung nur 15 Prozent der Bevölkerung haben, mache das DRK derzeit "richtig Druck". Heute schon ist das Team der Ärzte und Betreuer von 15.30 bis 19.30 Uhr in der Rheinlandversicherung zu Gast, am Donnerstag, 7. Januar, kann von 16 bis 20 Uhr im Kardinal-Bea-Haus Blut gespendet werden. "Eigentlich rufen wir nicht gezielt Blutgruppen zur Spende auf, weil dann andere meinen könnten, sie würden nicht gebraucht", sagt Herzfeld. In diesem Fall habe man sich aber aus der Not heraus anders entschieden.

Die stabile Zahl an Blutspenden im Vorjahr verlangte nach deutlich mehr Erstspendern. Denn selbst Stammspender, die regelmäßig kommen, definieren "regelmäßig" heute anders. "Früher kamen die viermal im Jahr, heute spenden sie weiter regelmäßig - aber nur einmal jährlich", erklärt Herzfeld. Grund dafür ist nach seiner Ansicht der zunehmende Termindruck, der auf jedem lastet. "Was uns killt", sagt Herzfeld, "ist der Faktor Zeit".

(-nau)
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