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Serie Neusser Natur
Ein Besuch in der Heimat des Honigs

Neuss. Im Garten von Reinhold Lukowicz lebt ein ganzes Volk hinter Glas. Besucher können sich das Leben der Bewohner am kommenden Samstag im Rahmen der Touren-Reihe "Neusser Natur" ansehen - denn es handelt sich dabei um Bienen.

Neuss (NGZ) Reinhold Lukowicz wird am kommenden Samstag Teilnehmer der Touren-Reihe "Neusser Natur" Einblick in seine "Bieneninsel" gewähren. Neun Bienenvölker leben dort in ihren Verschlägen, eins hinter Glas. "Bienen sind sehr wichtig für die Natur", sagt Lukowicz. Einstein habe mal gesagt: "Gibt es keine Bienen, stirbt der Mensch aus." Das will er auch den Teilnehmern der Führung näher bringen. "Wir tasten uns langsam vor", sagt er. Erst wird die Bestäubung erklärt, dann geht es zum Schaukasten mit den Bienen hinter Glas, und schließlich nimmt Lukowicz eine Wabe mit Honig aus einem der Verschläge - ohne Schutzkleidung. "Meine Bienen sind sehr ruhig und überhaupt nicht aggressiv", sagt er. Schließlich gehören sie zur Rasse Carnica. Die sei auf Sanftmut, Fleiß und Schwarmträgheit - also die geringe Neigung der Bienen, sich durch Teilung des Volkes zu vermehren - gezüchtet.

Grundsätzlich könnten Bienenvölker heute fast nur noch bei Imkern überleben, sagt Lukowicz. "Eigentlich leben Bienen in Höhlen von morschen Bäumen. Aber aufgrund moderner Forstwirtschaft gibt es solche Baumhöhlen immer seltener", erklärt er. Außerdem schwächen Umweltschadstoffe, der Einsatz von Medikamenten und eine Landwirtschaft mit Monokulturen die Bienen. Rund 550 Bienenarten sind heute in Deutschland heimisch. Wildtiere gibt es selten. Doch auch ihnen macht Reinhold Lukowicz ein Angebot: Er hat ein "Wildbienenhotel" aufgestellt. Darin können Wildbienen nisten und überwintern. "Bienen sind bedroht", sagt Lukowicz. Der 68-Jährige war früher Maurer- und Stahlwerkmeister. Seit seiner Rente züchtet er Bienen in seinem Garten im Reuschenberger Busch, den er "Bieneninsel" nennt. Er ist einer von rund 40 Imkern im Neusser Imker-Verein und arbeitet als Bienensachverständiger. Außerdem führt er Interessierte gerne durch seine Bieneninsel. So hat er regelmäßig Schulklassen zu Gast. Seine Bienenvölker machen ihm Arbeit, aber sie machen ihn auch glücklich. "Ich freue mich einfach, wie fleißig sie sind", sagt er. Die Liebe ist allerdings einseitig. "Die Biene erkennt ihren Imker nicht", sagt er. Aber das sei nicht so schlimm. Denn: "Die Biene dient der Allgemeinheit. Das ist viel wichtiger." Doch wenn Nicht-Imker auf Bienen treffen, ist die Freude oft nicht groß. Bienenstiche tun weh und können - bei allergischer Reaktion - sehr gefährlich sein. Auch darauf will Lukowicz bei seiner Führung eingehen. Er zeigt, wie man Stiche verhindert, woran man einen Bienenstich erkennt und wie man einen Bienenstachel richtig entfernt. "Man darf den Stachel auf keinen Fall anfassen, weil man so das Gift in den eigenen Körper drückt", sagt er.

Bis Oktober bietet die Reihe "Neusser Natur" alle zwei Wochen Aktiv-Touren an, um Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näher zu bringen. Dabei soll der Blick vor allem auf Neusser Landschaften, Pflanzen und Naturphänomene gerichtet werden. Aber auch Tierarten, Neusser Gewässer und das Zusammenspiel von Kunst und Natur sollen die in der Quirinusstadt erlebbare Vielfalt zeigen.

Die Reihe "Neusser Natur" ist inzwischen die vierte Tourenserie mit Fotowettbewerb. Ziel ist immer, dass Neusser ihre Heimat neu entdecken können und dabei von ausgewiesenen Experten begleitet und angeleitet werden. Die Teilnehmer sind aufgerufen, nicht nur passive Zuhörer zu sein, sondern sich ihre Heimatstadt mit der Fotokamera zu erschließen. Begleitet wird die Reihe darum von einem Fotowettbewerb. Die schönsten Schnappschüsse zeigt Neuss Marketing auf seiner Homepage.

Quelle: NGZ
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