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Neuss
Facebook soll Gruppe "Nüssbook" überprüfen

Neuss. Facebook soll eine ganze Reihe Kommentare in der Gruppe "Nüssbook - Neusser helfen Neussern" überprüfen und eine Sperrung einiger Nutzer in Erwägung ziehen. Das fordert Stephan Breuer, der lange selbst Mitglied der Gruppe war und gestern mit einer längeren Erklärung seinen Austritt kundgetan hat.

Die Begründung: In der Gruppe soll zum Teil Hetze gegen Ausländer betrieben und rechtsradikales Gedankengut verbreitet werden. "Ich habe die Gruppe deshalb bei Facebook gemeldet", erklärt Stephan Breuer im Gespräch mit unserer Redaktion. "Ich bin der Meinung, dass Hetzern gerade in einer solch großen Gruppe wie ,Nüssbook - Neusser helfen Neussern' Einhalt geboten werden muss."

Mit 4865 Mitgliedern (Stand gestern) zählt "Nüssbook" zu den größeren Facebook-Gruppen in der Stadt. Die Gemeinschaft habe sich, so Breuer, in den vergangenen Wochen immer mehr von ihrer eigentlichen Intention verabschiedet. Er kritisiert die Administratoren und spricht von einem viel zu laschen Vorgehen. Administrator Wolfgang Schmitz weist dies zurück. Ein Einschreiten geschehe immer dann, "wenn es mir persönlich zu bunt wird. Das mache ich zumeist dann im Hintergrund und somit ohne unnötige Unruhe in die Gruppe zu bringen", erklärt Schmitz auf Anfrage unserer Redaktion. "Denn allzu oft wurde ich mit meinem Einschreiten dann schon zum neuen Ziel/Feind erklärt und hatte endlose Diskussionen mit vielen Mitgliedern gleichzeitig am Hals." Jeder sei zudem für seinen Beitrag oder Kommentar verantwortlich. Wegen Zankereien seien alleine gestern 35 Gruppenmitglieder verabschiedet worden.

Von einer Überprüfung durch Facebook habe er als Administrator bislang nichts mitbekommen. Schmitz betont jedoch, dass er ihr gelassen entgegen sehe und verteidigt die Gruppe. Sie sei insgesamt "in keiner Richtung radikal und auch nicht gewaltverherrlichend".

(abu)
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