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Neuss
Finanzbeamte im Drachenboot

Neuss: Finanzbeamte im Drachenboot
Machen das Hafenbecken zur Regattabahn: Uwe Blödorn (l.) und Thomas Mostert. Machen das Hafenbecken zur Regattabahn: Uwe Blödorn (l.) und Thomas Mostert. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Finanzbeamte aus allen Bundesländern tragen in Neuss ihr Deutschlandturnier aus. 2403 Sportler wurden gemeldet. Von Christoph Kleinau

Gegen die "Steuergaleere" aus Minden, die "Tax Dragons" aus Koblenz und 27 weitere Wettkampfteams schickt Neuss das "Dragonboat Z" ins Rennen. Am Schlag, am Steuer und an der Trommel: lauter Finanzbeamte. Das darf niemanden verwundern, denn von Donnerstag bis Samstag tragen die Finanzämter aus allen Bundesländern in Neuss ihr Deutschlandturnier aus. 2403 Sportler wurden gemeldet, die sich in zehn Sportarten miteinander messen. Größter Zuschauermagnet dieser Meisterschaften dürften die Drachenboote sein, die sich am Freitag im Hafenbecken I ihre Rennen liefern werden. Das gab es noch nie. Das erste Rennen startet um 9 Uhr, dann geht es auf der Regattabahn bis 18 Uhr Schlag auf Schlag.

Uwe Blödorn und Thomas Mostert vom Finanzamt Neuss gefällt die Aussicht auf ein von Zuschauern gesäumtes Hafenbecken. Für die beiden vom Organisationsteam paddeln die Sportler am Schlag nicht nur um Sieg und Platz, sondern auch für ein etwas anderes Image der Finanzbehörden. "Wir wollen vermitteln, dass der öffentliche Dienst gar nicht so knorrig und spießig ist", sagt Mostert. Er wünscht sich, dass Neusser ihren "Sachbearbeiter A-K" ganz anders, und zwar als lockeren Typen, erleben.

Auf jeden Fall sind die Finanz-Experten aus der Behörde am Hammfelddamm mit hohem Einsatz dabei. Und zwar alle. Einige sind als Sportler gemeldet und nicht ohne Medaillenhoffnung. Die Keglerinnen sind Deutsche Meister und Titelverteidiger, und Tim Boehlke, im Vorjahr in Koblenz "nur" Dritter im Tennis, könnte es dieses Jahr ins Finale schaffen. "Gut die Hälfte der Behörde hat sich als Helfer oder Streckenposten einteilen lassen", ergänzt Mostert. Und alle Finanzbeamten opfern für die Meisterschaft den Tag im Jahr, der ihnen eigentlich für einen Betriebsausflug zusteht.

Mit dem Zuschlag für das insgesamt 41. Deutschlandturnier war dem Betriebsratsvorsitzenden Mostert im Vorjahr ein echter Coup gelungen. Eigentlich wäre Baden-Württemberg als Gastgeberland an der Reihe gewesen, doch die Finanzverwaltung dort gab die Gastgeberrolle kurzfristig ab. Nordrhein-Westfalen sprang ein, und Neuss setzte sich gegen andere Städte als Austragungsort durch. "Weil wir am schnellsten waren und ein gutes Paket schnüren konnten", sagt Mostert, der sich für die Unterstützung der Stadt mit einem Wort bedankt: "Weltklasse".

Offiziell eröffnet werden die Deutschlandspiele der Finanzämter am Donnerstag um 17 Uhr auf dem Münsterplatz. Kinder aus der Schule am Nordpark, mit der das Finanzamt Neuss eine Kooperation pflegt, werden als Schilderträger den Athleten vorangehen und die Sportler ins Festzelt auf der Rennbahn begleiten. Dort gibt es am Abend einen Empfang und am Freitag dann eine Party mit Sportlern, den 400 gemeldeten Betreuern und sicher auch etlichen Schlachtenbummlern.

Wettkämpfe werden am Donnerstag nur im Kegeln und beim Bowling ausgetragen- laut Mostert wegen der vielen Teilnehmer bei wenig bespielbaren Bahnen. Am Freitag aber geht es sportlich in die Vollen: mit Fußball (auf der Wolker-Anlage), Schach (im Alten Ratssaal), Skat (im Vogthaus), Volleyball (Sporthalle Berufskolleg und Sporthalle Jahnstadion), Tischtennis (Maximilian-Kolbe-Schule) und Laufen. Die Wettkampfstrecke über fünf und zehn Kilometer Distanz führt die Läufer rund um den See im Südpark und endet mit einem Zieleinlauf über den roten Teppich, den das Organisationsteam den Athleten vor der Eissporthalle ausrollt. Das soll eines der Bilder sein, die die Sportler von Neuss aus mit in ihre Heimat nehmen. Laufen, Skat und Drachenbootfahren werden am Freitag entschieden, in allen anderen Disziplinen werden die Sieger erst am Samstagmittag geehrt.

Quelle: NGZ
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