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Neuss
Friedhof Hoisten wird zum Park

Neuss. Die Stadtverwaltung stellt den Bürgern ihre Pläne für die entwidmete Grabanlage vor. Die Heimatfreunde bieten die Übernahme der Pflege an. Von Lisa-Maria Bosch

Was soll aus dem alten Friedhof Hoisten werden? Über diese Frage dürfen die Hoistener mitentscheiden. Die gaben bei der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in der Richard-Schirrmann-Schule eine klare Linie vor: Ein Ort der Ruhe soll er bleiben.

Seit Dezember 2015 ist es Gewissheit: Die Friedhofsanlage zwischen der Hochstaden- und der Welderstraße wird aufgegeben. Für die Heimatfreunde Hoisten war von Anfang an klar, dass nur eine Zukunft als Grünanlage vorstellbar ist. Schließlich hat der Friedhof seine Geschichte, an die sie erinnern möchten. Darum kommt für sie nichts anderes als eine Grünanlage in Frage. Zudem wünschen sie sich eine zentrale Stelle, an der einige der Grabsteine erhalten bleiben sollen, zusammen mit einem Lageplan des ehemaligen Friedhofs.

Die Verwaltung hat diesen Wunsch notiert. Nach derzeitigem Stand soll es einen solchen Bereich geben. Und zwar am Grab des dort ruhenden Welkriegstoten, da dieses stehen bleiben wird. Welche Grabsteine darüber hinaus erhalten bleiben sollen, prüft die Denkmalbehörde derzeit. Sollte ein solcher Ort mit Friedhofscharakter entstehen, dann sind die Heimatfreunde gerne bereit, die Pflege für dieses Areal zu übernehmen.

Für Gertrud Hirsch reicht das jedoch nicht. Sie hat noch Familienmitglieder dort liegen, die sie auch weiterhin gerne an ihrem Grab besuchen möchte. Auf Fotos präsentiert sie einen ebenfalls umgestalteten Friedhof. Dort wurden Grabmale, die von den Angehörigen noch gepflegt werden, nicht eingeebnet. Diesen Wunsch hat sie auch für die Anlage in Hoisten. Denn ihrer Meinung nach werden die Verstorbenen auch weiterhin besucht. Sie stellt heraus, dass es ihr vor allem um den Ort des Grabes und nicht nur um den Grabstein an sich geht.

Ansonsten fand die Idee einer Parkanlage, wie sie die Verwaltung vorstellte, Anklang. So schlägt die Verwaltung vor, eine große Wiese zu schaffen und die Anlage weitestgehend zu erhalten. Bänke sollen Platz zur Erholung bieten, auch wenn einige Bürger ihre Sorge vor Vermüllung der Anlage äußerten. Die Friedhofstore sollen stehen bleiben, jedoch nicht mehr abschließbar sein. Um die Anlage offener zu gestalten, sollen Hecke und Zaun zum Großteil abgeschafft werden. Weil auch Bewegungs- und Fitnessgeräte aufgestellt werden sollen, bat eine Anwohnerin die Stadt darum, das noch mit der Nachbarschaft zu erörtern. Sie fürchtet Ruhestörungen. Geplant aber noch nicht beschlossen ist zuletzt, einen Weg als kurze Verbindung zwischen Bushaltestelle (Hochstadenstraße) und Sparkasse (Welderstraße) anzulegen. Ein Baubeginn wurde Mitte 2017 in Aussicht gestellt.

Quelle: NGZ
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