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Neuss
Gesamtkunstwerk aus Musik und Film

Neuss. Die Band glistening leotard stellte in einem Konzert in der Alten Post ihre neue CD vor. Von Martin Horn

Seit 10 Jahren steht die Neusser Band glistening leotard für das Markenzeichen, bei ihren Auftritten unterschiedliche Formen der Kunst parallel zu nutzen, um dabei durch spannende und überraschende Mixturen ein neues Genre zu schaffen. Treibender Progressive-Rock verbindet sich auf der Bühne mit verwirrenden, bisweilen abstrakten oder banalen Bild- und Filmsequenzen, Lieder werden gemalt und Bilder beginnen zu klingen.

Das Ganze kann am ehesten als audiovisuelle Kunst eingeordnet werden, und das Verschmelzen der Gattungen prägt den Gesamteindruck doppelt. Die stilistische Abwechslung der Musikstücke bleibt dabei jedoch limitiert, die Aufmerksamkeit auf den visuellen Vortrag soll eindeutig Vorrang haben. Geschicktes, weil dezent eingesetztes Bühnenlicht unterstreicht die Wirkung zusätzlich.

Eine ausdrucksstarke Sängerin Jessica Näser, mit wie immer sympathisch und kindlich naiver Moderation, Chris Herb am Bass, Ralf Gemein und Andrej Henze mit E-Gitarre und Schlagzeuger Arthur Krol sind - frei übersetzt - das "Glänzende Gymnastiktrikot".

Alleine der Name der Band verleitet zum Kopfkino. Im Kulturforum Alte Post wurden zum runden Geburtstag unter anderem die neun Stücke der neuen CD "GL5" vorgestellt, "...und das sind eigentlich alles Filmpremieren", sagt Ralf Gemein und schmunzelt, als er vorab über das Programm spricht: "Die Stücke sind neu, und die Filme hat ja bisher noch kein Publikum zu sehen bekommen." Unterstützt wird die Band dabei von Lisa Bahr, Isabell Groß, Paula Knaps Loos, Klaus Richter, Reiner Scharlowsky, Lea Steinberg und Lino Thomas. "Das sind allesamt Freunde, Bekannte und künstlerische Wegbegleiter. Hinter jedem Namen steht für mich eine lange Geschichte. Sie kommen vom Modedesign, aus der Bildenden Kunst, der Malerei, sie machen 2D- und 3D-Animationen oder andere Performances. Die Idee war, nicht alleine zu arbeiten, sondern die Abwechslung, die diese Künstler bieten, einzubringen. Ich schätze sie alle, ihre Zusammenarbeit an den begleitenden Filmen macht unsere Kunst noch spannender." Als Gast fungierte zudem der in vielen Projekten engagierte Saxofonist Klaus Theißen. Als Vorgruppe gaben Elleven ihre Visitenkarte ab, kurzfristig eingesprungen waren sie - und für die Veranstaltung weit mehr als ein guter Einstieg.

Und so machte nicht nur die sehr private Atmosphäre das Konzert zu einem bemerkenswerten Abend. Auch die stilistische Einzigartigkeit des Gesamtwerkes hinterließ bei den Besuchern bleibenden Eindruck. In Zeiten des Mainstream bleiben glistening leotard so ein wohltuender Akzent der Neusser Musikszene.

Quelle: NGZ
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