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Neuss
Hilfe für erkrankte Babys und deren Eltern

Neuss. Mit viel Liebe päppeln Kinderkrankenschwestern wie Lena Tschorschke zu früh geborene oder kranke Säuglinge auf.

Lena Tschorschke ist umgeben von kleinen Kindern. "Wir päppeln die Kinder auf, und wir helfen den Eltern", umschreibt die Kinderkrankenschwester ihre Arbeit auf der Station K 12. Hier liegen vor allem die Babys, die von der Intensivstation gleich nebenan verlegt werden: stabil genug, um ohne Intensivmedizin auszukommen, aber noch nicht fit genug für den Alltag außerhalb des Krankenhauses. Die meisten von ihnen sind als Frühchen auf die Welt gekommen. Auch kleine "Krampfkinder" oder Babys mit Infektionen liegen hier, betreut von Ärzten, Pflegern und Kinderkrankenschwestern.

Lena Tschorschke liebt ihren Beruf. Die 25-Jährige ist in Kaarst geboren und in Neuss aufgewachsen. "Als Kind hatte ich Lungenentzündung, war hier im ,Lukas' in der Kinderklinik. Danach wusste ich: Ich möchte Kinderkrankenschwester werden. Und zwar im ,Lukas'."

Für die Ausbildung bewarb sie sich am Lukaskrankenhaus - und nur dort. "Dann hat es tatsächlich geklappt." Nach der dreijährigen Ausbildung arbeitete sie zunächst in der ambulanten Pflege, "aber da fehlten mir einfach die Babys". Dann kam der Anruf aus dem "Lukas": Eine Stelle war frei. Jetzt ist Tschorschke seit knapp zwei Jahren im Team auf der K 12.

In den Schichten geht es darum, den Überblick über die "Achter" und "Sechser" zu behalten. Die "Achter"-Kinder trinken alle drei Stunden - also achtmal am Tag -, die "Sechser"-Kinder alle vier. Bis zu 20 Babys werden auf der Station behandelt. Mütter können hier schlafen, allzu viel Besuch wird nicht so gern gesehen. Ruhe ist wichtig.

Immer wieder sprechen Mütter Lena Tschorschke an. Es ist etwas aus der Nase gerutscht, eine Mutter zögert, die Magensonde selbst zurechtzurücken. Vom benachbarten Kreißsaal wird ein kleiner Junge verlegt, geboren nach 34 Wochen und vier Tagen. Der diensthabende Arzt kündigt ihn an, die Schwestern bereiten das auf 37 Grad temperierte Wärmebett vor, ebenso eine Zugangsanlage mit Blutentnahme und Infusion. Der kleine Kerl wiegt jetzt 2400 Gramm. Der Arzt erteilt Anordnungen, dann ist auch die Mutter da. Mindestens bis zur 36. Schwangerschaftswoche wird ihr Sohn hier bleiben, dann ist die Frühgeburt-Phase beendet.

Lena Tschorschke kümmert sich um die Säuglinge und ist für die Mütter da. "Das ist so wichtig", sagt sie. "Ich habe immer einen großen Respekt. Es ist oft schwer für die Eltern. Aber wir können ihnen helfen." Auch die Stillberatung durch qualifizierte Schwestern ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit auf der Station. "Es ist eine Teamarbeit", betont Schwester Lena. "Und wir sind ein tolles Team."

Manchmal sei es schwer, gibt Tschorschke zu. Zum Beispiel, als ein Frühchen, das in Köln in der 21. Woche geholt wurde, nach den ersten Wochen zur weiteren Behandlung nach Neuss verlegt wurde. Die Eltern sprachen Arabisch "und nur einen Ticken Englisch". Wochenlang lag der Junge auf der K 12, dann konnte auch er gekräftigt und gesund nach Hause".

Ein besonders schönes Erlebnis fällt der jungen Krankenschwester spontan nicht ein. "Es gibt so viele."

Quelle: NGZ
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