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Neuss
Jugendamt will Partner für Familien sein

Neuss: Jugendamt will Partner für Familien sein
Groß werden mit dem Jugendamt - so heißt die bundesweite Kampagne, an der sich das Jugendamt mit Ann Christin Kaup, Markus Hübner und Christina Kloster (v.l.) beteiligt. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Die Mitarbeiter des Jugendamtes greifen nicht nur ein, wenn es in Familien Probleme gibt. Mit einer Ausstellung im Rathaus will Amtsleiter Markus Hübner die Angebote seines Hauses für Kinder und Eltern bekannter machen. Von Bärbel Broer

Ungewöhnlich sieht es derzeit aus im Foyer des Neusser Rathauses: bunte Luftballons, Hüpf- und Ruheteppiche, Bücherkisten und ringsum vier farbenfrohen Stände - das sind nicht etwa die Überbleibsel der letzten Ratssitzung. Dabei handelt es sich um eine Aktion des Jugendamtes der Stadt Neuss. Mit kindgerechten Ruhe- und Bewegungs-, aber auch umfangreichen Informationsinseln für Erwachsene beteiligt sich das Jugendamt der Stadt erstmalig an der bundesweiten Kampagne der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter unter dem Motto "Groß werden mit dem Jugendamt". Hintergrund der einwöchigen Aktion: "Wir möchten unsere Leistungen und Angebote bekannter machen und zeigen, wie durch die Arbeit des Jugendamts Kindern, Jugendlichen und Eltern ganz konkret geholfen wird", sagt Markus Hübner, Leiter des Jugendamts.

Die vier Info-Inseln sind aufgeteilt nach Lebensphasen und Zielgruppen. Denn die Arbeit des Jugendamtes erstreckt sich von Unterstützungsangeboten für Schwangere und Kinder bis zwei Jahre, Leistungen für Kinder von zwei bis zwölf Jahren sowie für Kinder und junge Erwachsene von zwölf bis 21 Jahren bis hin zu den Familien. Dabei deckt das Jugendamt die unterschiedlichsten thematischen Bereiche ab: Es bietet vorgeburtliche Unterstützung für Schwangere, leistet unter bestimmten Bedingungen Unterhaltsvorschuss für alleinerziehende Elternteile (im vergangenen Jahr waren dies rund zwei Millionen Euro), vermittelt und schult Pflegefamilien, begleitet Adoptionen und berät Eltern, deren Kindern straffällig geworden sind.

Mit einem besonderen Logo "ja! Unterstützt vom Jugendamt der Stadt Neuss" soll künftig auch sichtbar sein, wo das Jugendamt mitgewirkt hat. "Denn viele Bürger bekommen gar nicht mit, dass sie in vielen Bereichen Kontakt mit dem Jugendamt haben", sagt Ann Christin Kaup, Leiterin der Abteilung Kita und Jugendarbeit. Als ein Beispiel nennt sie Spielplätze: "Die ganze Planung liegt bei uns - vom Bau bis hin zur Inbetriebnahme." Ebenso sind die diversen Angebote zur Kindertagesbetreuung - etwa mit Hilfe von Tagesmüttern - organisiert durch das Jugendamt.

"Etliche Menschen haben eine Hemmschwelle in Bezug auf das Jugendamt", sagt Markus Hübner. "Sie sehen vor allem die Eingriffsgewalt, die in besonderen Fällen bei uns liegt. Andere werfen uns generell vor, wir kommen entweder zu spät oder zu früh." Dabei stehe das Jugendamt auch für Spiel und Spaß. Das soll die Aktionswoche ebenso zeigen wie die andere Seite. "Wenn es in Familien richtig eng wird, sind wir eben auch da", sagt er. Gemeinsam mit seinem Team will Hübner daher zu Themen wie frühkindliche Förderung, Schutz des Wohles von Kindern und Jugendlichen oder Elternberatung informieren.

"Erst waren wir unsicher, ob wir diese Aktionswoche auch noch schaffen", sagt Hübner, "denn wir haben mit dem Thema Flüchtlinge extrem viel zu tun." Aber letztlich sei ihm die Teilnahme doch zu wichtig gewesen. "Denn mit etwa 80 Millionen Euro hat das Jugendamt ein großes Budget", sagt Markus Hübner. "Da sind solche Aktionen wichtig, bei denen wir den Bürgern erklären, was wir machen."

Quelle: NGZ
 
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