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Neuss
Kardinal Meisner besucht das Sels-Museum

Neuss. Der frühere Kölner Erzbischof schaute sich mit Bert Gerresheim dessen Ausstellung an. Von Helga Bittner

Der Künstler selbst hatte den Kontakt eingefädelt: Der Bildhauer Bert Gerresheim und der emeritierte Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner kennen einander schon seit vielen Jahren. Und so wusste der Düsseldorfer, dass der Kölner gerne auch jene Ausstellung besuchen wollte, die das Neusser Clemens-Sels-Museum ihm zu seinem 80. Geburtstag ausrichtet: "Bert Gerresheim - Alles vexiert". Am Dienstagnachmittag hat es geklappt, der Kardinal kam ganz privat und schaute sich nicht nur die Ausstellung an, sondern ließ sich auch gerne von Gerresheim in Details einweihen.

Zum Beispiel in die vielen Bilder der Kevelaerer Apokalypse, einer Bronze an der Marienbasilika des Wallfahrtortes, die Gerresheim 2002 geschaffen hat, und die auf einer großen Fahne im Treppenhaus abgebildet ist. Dass auch Meisner dort wie andere Persönlichkeiten der aktuellen und vergangenen Geschichte verarbeitet ist, wird ihm nicht neu gewesen sein. Aber der Kardinal, den Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz als einen "sehr, sehr interessierten und sehr wachen Menschen" erlebte, wollte mehr erfahren - etwa zu dem Abguss der Hitler-Büste aus der Apokalypse. Denn Gerresheim porträtiert in seiner Arbeit ebenso gottlose wie gottergebene Menschen.

Zu letzteren gehört zweifellos Edith Stein, der Meisner sich nach den Eindrücken von Husmeier-Schirlitz besonders eng verbunden fühlt. Umso interessierter schaute er auf Gerresheims Arbeiten über Edith Stein - eine Büste von ihr schuf er für das Marienberg-Gymnasium. Der zweifellos religiös denkende und fühlende Künstler Gerresheim wird in seinen Arbeiten sicherlich nicht immer das Empfinden des hohen katholischen Geistlichen getroffen haben. Aber das Zusammentreffen war geprägt, so sagt es Husmeier-Schirlitz, "von einem lebendigen Austausch über religiöse Themen und deren bildliche Verdeutlichung". Von Meisner manches Mal mit augenzwinkernden Humor, "aber immer die künstlerische Arbeit würdigend", geäußert.

Quelle: NGZ
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