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Neuss
Lkw-Unfälle in Serie auf der Autobahn 57

Das sind die Unfallschwerpunkte auf der A57
Das sind die Unfallschwerpunkte auf der A57 FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Sechs schwere Lkw-Unfälle mit elf Verletzten - das ist nach dem neuesten Vorfall gestern die Unfall-Bilanz auf der Autobahn 57 in Neuss seit Anfang des Jahres. Die Polizei spricht dennoch nicht von einem Unfallbrennpunkt. Von Andreas Gruhn

Die Serie schwerer Lkw-Unfälle auf der Autobahn 57 geht weiter. Schwer verletzt wurde gestern gegen 9.10 Uhr der 28-jährige Fahrer eines 7,5-Tonnen-Lasters, als er im stockenden Verkehr auf einen vor ihm abbremsenden Sattelzug auffuhr. Der 28-jährige Kölner wurde im Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Die Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus, wo die schweren Verletzungen behandelt werden mussten. Nach Angaben eines Polizeisprechers bestand zunächst keine Lebensgefahr. Die Autobahn wurde für eine halbe Stunde komplett gesperrt. Ab 10.35 Uhr wurden alle Sperrungen aufgehoben, teilte die Polizei mit.

Die erneut schwere Karambolage reiht sich ein in eine Serie von Lkw-Unfällen auf der Autobahn, die alle an nahezu derselben Stelle passieren. Zwischen Neuss-West und Holzbüttgen, etwa in Höhe des Parkplatzes Morgensternsheide, hat es in diesem Jahr bereits sechs folgenschwere Unfälle mit Lkw-Beteiligung gegeben. Allein in den vergangenen zwei Wochen hat es dreimal gekracht auf dem Abschnitt kurz vor Beginn der Baustelle zum Umbau des Kaarster Kreuzes.

A57 bei Büttgen: Klein-Lkw kollidiert mit Lastwagen FOTO: Staniek

Seit Januar wurden bei diesen Unfällen elf Menschen zum Teil schwer verletzt. Auch wenn die Ursache für den Unfall gestern noch nicht genau geklärt ist - die Polizei vermutet in den meisten Fällen Fahrfehler. "Ich gehe davon aus, dass es nicht um die bauliche Beschaffenheit geht", sagt Jochen Schütt, Sprecher der zuständigen Autobahnpolizei in Düsseldorf. Die Baustelle sorgt gerade im Berufsverkehr für Stau oder stockenden Verkehr, und dies provoziert Unfälle, wenn ein Lkw-Fahrer das Stauende übersieht, zu schnell unterwegs ist oder dicht auffährt.

Auf der Strecke gilt Tempo 100 bis kurz vor der Stelle, an der die Autobahn für die Baustelle von drei auf zwei Fahrspuren verengt wird. Trotz der Unfallserie wird es vorerst keine neuen Beschilderungen und Tempolimits geben, heißt es bei der Bezirksregierung Düsseldorf. "Seitens der Bezirksregierung gibt es keine Anordnung hinsichtlich neuer oder zusätzlicher Beschilderung. Auch weitere Maßnahmen sind nicht geplant", teilte Sprecherin Jessica Eisenmann mit. Sie verwies darauf, dass die Stelle bei der Autobahnpolizei zwar als unfallauffälliger Bereich, aber nicht als Unfallbrennpunkt deklariert wurde.

Die Polizei bestätigt: Für diese höchste Klassifizierung reiche die Lage vor Ort nicht aus, dafür müssten neben Unfällen und deren Schwere viele Faktoren wie die Beschaffenheit der Strecke und die Verkehrsdichte berücksichtigt werden. Dennoch hatte die Bezirksregierung nach Informationen unserer Zeitung vor zwei Tagen den Landesbetrieb Straßen.NRW gebeten, zusätzliche Schilder mit Hinweisen auf die Baustelle aufzustellen. Bei der Bezirksregierung hieß es gestern dazu, die Autobahnpolizei fordere aufgrund der jeweils aktuellen Lage (Stau oder Unfall) eine entsprechende Beschilderung über die Verkehrsbeeinflussungsanlage an. Andernorts, etwa auf der A 1 zwischen Burscheid und Leverkusen, wurde Tempo 60 und Überholverbot für Lkw eingeführt, um die Zahl der Unfälle zu verringern. "Wir haben die Unfalllage auf der A 57 im Blick und überlegen, wie wir das in den Griff bekommen können", sagte Polizeisprecher Jochen Schütt.

Quelle: NGZ
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