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Bilanz nach einem Jahr
Kein Ladensterben durch Möbelhaus Höffner in Neuss

Neuss: Blick ins Höffner Einrichtungshaus
Neuss: Blick ins Höffner Einrichtungshaus FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Vor einem Jahr eröffnete das Möbelhaus außerhalb der Neusser Innenstadt - seither haben eine Million Kunden dort eingekauft. Das befürchtete Ladensterben in der City blieb aus. Von Christoph Kleinau

Auf den Tag genau ein Jahr nach der Eröffnung des Höffner-Möbelhauses in Neuss stellte Christoph Napp-Saarbourg als Vorsitzender der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) fest: "Ich wüsste nicht, dass Höffner auch nur einen Kunden aus der Innenstadt abgezogen hat." Die Sorge, dass der Möbelgigant einen Sog in Richtung Rheinpark-Center auslöst, hätten sich nicht bewahrheitet.

Deswegen verstehe er auch die "Politiker nicht, die uns eine Bustrasse in den Mund legen wollen", sagt Napp-Saarbourg mit Blick auf eine immer wieder angesprochene Verklammerung von Innenstadt und diesem, wie er sagt, "Trabanten". Ein Satz, der Gewicht bekommen könnte, denn die Entwicklung der Flächen zwischen Höffner-Haus und City soll eines der großen Themen im nächsten Jahr werden.

Höffner eröffnet in Neuss FOTO: Woitschützke, Andreas

Im nicht-öffentlichen Teil der letzten Ratssitzung des Jahres wurde auf Antrag von CDU und Grünen ein Beirat etabliert, in dem Politik, Verwaltung und der Möbelhaus-Investor Kurt Krieger vertreten sein werden. Ziel der Arbeit: Das Hammfeld zu einem, wie es im Antrag der Koalition heißt, "nachhaltigen Wirtschaftsstandort zu entwickeln, an dem Firmen mit innovativen, ökologischen und wirtschaftlich nachhaltigen Geschäftsmodellen angesiedelt werden".

Handel schließt der Koalitionsvertrag beider Parteien dort aus, doch genau den wollen Manfred Bodewig und seine FDP, die auch konsequent für den Bau eines neuen Möbelhauses gestimmt hatten, favorisieren. "Höffner hat Neuss gut getan", sagt Bodewig, der mit Blick auf die anderen Flächen an "Eventshopping" denkt um dieses Areal entlang der Hammer Landstraße, die die FDP zur "Schützenallee" aufwerten will, mit Leben zu füllen. Ärger scheint da programmiert.

Große Arbeitgeber aus dem Rhein-Kreis Neuss FOTO: Andreas Woitschützke

Bürgermeister Reiner Breuer macht klar, dass sich Politik und Verwaltung im Beirat erst den Flächennutzungsplan, den Masterplan "Neuss an den Rhein" und andere Belege ansehen und eine gemeinsame Position finden wollen, bevor sie sich mit Krieger an einen Tisch setzen. Zentrale Frage für ihn ist, wie sich der Skonto-Möbeldiscount, den Krieger bauen will, in eine städtebauliche Gesamtentwicklung einbinden lässt. Das Grundstück habe Krieger, aber ohne Planrecht sei es für ihn noch nicht zu nutzen.

Aus Sicht der Stadt hat sich das Höffner-Möbelhaus ein Jahr nach der Eröffnung gut etabliert. Es besitze regionale Strahlkraft, sagt Breuer, der - noch als SPD-Fraktionsvorsitzender - gegen die Ansiedlung war. Sein Nachfolger Arno Jansen bilanziert, dass die Stadteingangssituation mit dem Möbehaus "nicht schöner geworden ist" , und auch Michael Klinkicht (Grüne), ebenfalls ein Höffner-Kritiker, findet das Haus "hässlich". Die Frage möglicherweise negativer Auswirkungen dieser 100-Millionen-Euro-Investition will er lieber den Einzelhändlern in der Innenstadt überlassen. Anders Helga Koenemann: "Die Befürchtungen der Innenstadt-Händler sind nicht eingetreten", sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende, die wie die FDP für das Möbelhaus war. Koenemann und Jansen betonen, erst einmal in dem Möbelpalast gewesen zu sein, Klinkicht noch gar nicht.

Das Möbelhaus Höffner hat sich nach Ansicht der Stadt gut etabliert. Im ersten Jahr nach der Eröffnung besuchten es eine Million Kunden. Den Händlern der Innenstadt hat das nicht geschadet. FOTO: A. Woitschützke

In der Bilanz von Höffner-Gesamtgeschäftsführer Thomas Dankert spielt das keine Rolle: "Wir freuen uns auf ein den ein-millionsten Besucher", sagt er. Die Erwartungen für das Eröffnungsjahr wurden aus seiner Sicht "mehr als erfüllt".

Quelle: NGZ
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